Das Motto der Basler Fasnacht 2018 heisst «d Boscht goot ab». Die am Donnerstag vorgestellte Plakette dazu zeigt ein Couvert, aus dem drei musizierende Fasnachtsfiguren steigen.

Gestaltet wurde die Plakette von Clelia Zoller. Sie ist nach Irène Zurkinden – für die Fasnacht 1934 – und Mirjam Pierig für 1993 erst die dritte Frau, die den anonymen Plakettenwettbewerb gewonnen hat. Dieses Jahr waren 82 Einsendungen eingegangen, die von 12 Künstlerinnen und 40 Künstlern stammten. Nebst dem Gewinner-Motto Post waren darunter auch mehrfach Vorschläge zum zweiten FCB-Stern, dem Veloring und dem Dreiertram.

Die Künstlerin habe mit der Post ein topaktuelles Thema gewählt, wie Adrian Kunz, der Plaketten-Verantwortliche des Fasnacht-Comités, bei der Präsentation sagte. Es sei ein nationales Thema, das eine Ausstrahlung «bis in die Basler Innenstadt» habe.

In Basel hatte vor allem die zunächst geplante Schliessung der Hauptpost in der Innenstadt für grosse Diskussionen gesorgt. Nach einer Intervention des Kantons verzichtet die Post vorerst auf eine Schliessung der traditionellen Poststelle.

«Als ich im Sommer erfahren habe, dass mein Vorschlag gewonnen hat, sind mir die Tränen gekommen», sagt die Vollblut-Fasnächtlerin Zoller, die selbst während ihrem zehnjährigen New-York-Aufenthalt in den 80er-Jahren wöchentlich mit ihrem Piccolo in den Cliquenkeller der Nej Yorgg Bebbi gestiegen ist. «Die Post bewegt alle, sei es nun wegen der angedrohten Schliessung der Hauptfiliale, aber auch wenn man von Plänen hört, dass künftig Drohnen die Pöstler ersetzen sollen. Deshalb war für mich klar: Das ist ein Sujet wert.»

Bei der Gestaltung habe sie sich aufs Wesentliche konzentriert. «Ich male seit über zwanzig Jahren auch Laternen, dort kann man sehr schön ins Detail gehen. Bei der Blaggedden hingegen habe ich mich für klare, einfache Linien entschieden.

Die klaren Linien ihres Entwurfs dürften Zoller geholfen haben, beim Wettbewerb zu reüssieren. Die Umsetzbarkeit sei nämlich der erste Entscheid, der im Auswahlverfahren zum Tragen komme, sagt Kunz. Dazu werde ein externer Spezialist hinzugezogen. Danach werde die anonym eingereichte Gewinner-Plakette aufgrund ihrer grafischen Gestaltung und der Attraktivität für den Verkauf ausgewählt, was jeweils rund drei Stunden dauert.

Ebenfalls am Donnerstagvormittag fand die Plakettenvernissage statt, zu der das Comité die Obleute von Fasnachtscliquen geladen hatte.

Basler Fasnachtsmotto 2018 spielt auf Post-Umstrukturierungen an

Basler Fasnachtsmotto 2018 spielt auf Post-Umstrukturierungen an

     

Bijou neu auch als Anhänger

Erhältlich ist die Plakette ab 6. Januar. Die Preise bleiben gegenüber dem vergangenen Jahr unverändert. Die kupferne Plakette kostet 9, die silberne 18 und die goldene 45 Franken. Das Bijou kostet 100 Franken. Vom Erlös des Plakettenverkaufs hängt ab, wie viel Gelder für die Fasnacht an die Cliquen fliessen.

Zum ersten Mal in der Geschichte des Fasnachts-Comités gibt es die Plakette zusätzlich als Anhänger zu kaufen. Dies war gemäss Kunz ein in den vergangenen Jahren vielfach geäusserter Wunsch gewesen. Wer sich die Blaggedde um den Hals hängen will, muss aber tiefer in die Tasche greifen. Nur das Bijou wird vom Comité mit einem «Ringlein für die Halskette» versehen.

Olympia-Provokation kaum Thema

Kommerz-Vorwürfe machte ausgerechnet am Tag vor der Plaketten-Vernissage die Traditionsclique Olympia. Sie sagte sich von den Subventionen los und präsentierte eine eigene Blaggedde.

Dario Conti zeigt die Blaggedde der Olympia.

    

An der Vernissage war dieser fasnächtliche Affront höchstens zwischen den Zeilen ein Thema – in dem der Plakettenverantwortliche aussergewöhnlich detailliert auf die hohen Qualitätsansprüche an die Produktion der offiziellen Plakette einging. «Zehn Arbeitsschritte sind nur schon für die simpelste Kupfer-Plakette nötig, die anderen sind noch aufwendiger», sagte Kunz.

Auf die Olympia-Blaggedde angesprochen sagte er nur, dass er diese als Gesellschaftsabzeichen und keinesfalls als Konkurrenz zur offiziellen Plakette sehe. Und dass er sich auf die genaue Umsetzung des Olympia-Sujets freue.

Fasnacht ist neu Unesco-Kulturerbe

Die Basler Fasnacht 2018 beginnt am Montag, 19. Februar. Sie startet traditionsgemäss frühmorgens um 4 Uhr mit dem Morgestraich und dauert exakt drei Tage. Der Cortége - der Umzug mit Tambouren, Pfeifern und Wagencliquen durch die Innenstadt - findet am Montag- und Mittwochnachmittag statt.

Seit November 2017 ist die Basler Fasnacht in der Liste des immateriellen Kulturerbes der Unesco eingetragen. Mit dieser sollen lebendige Traditionen, darstellende Künste sowie gesellschaftliche Praktiken, Rituale und Feste geschützt werden.

Anlässlich des Unesco-Entscheids hat das Fasnachts-Comité einen neuen Flyer und eine Wanderausstellung realisiert, die es an der Plakettenvernissage erstmals präsentiert hat. Die Ausstellung wird auch während des Basler Gastauftritts am Zürcher Sechseläuten 2018 gezeigt. Während der Fasnacht ist die Ausstellung zudem im Museum der Kulturen zu sehen. (sda/huf/zam)