Gastronomie

«Da Gianni» muss zittern: Diese kultige Basler Pizzeria bangt um ihre Existenz im St. Johann

Pizzeria Da Giovanni 5

Pizzeria Da Giovanni 5

Zweite Petition soll «Da Gianni» endgültig retten Die Pizzeria an der Elsässerstrasse 1 soll durch einen Neubauprojekt mit Eigentumswohnungen ersetzt werden.

Wieder einmal wehrt sich der Neutrale Quartierverein vom St. Johann (NQV) gegen die Gentrifizierung im Quartier. Denn erneut will die Investment Firma SF Urban Properties die 40-jährige Pizzeria Da Gianni durch einen Neubau mit Eigentumswohnungen ersetzen. Die Altbauliegenschaft sei ein Herzstück des St. Johanns, sagt Simon Martin, Mitglied des NQV, «und sie soll bleiben».

Schon 2016 wollte man «Da Gianni» verdrängen

Die Immobilienfirma versuchte es bereits im Jahr 2016; auch damals ging es um luxuriöse Eigentumswohnungen, die das «Da Gianni» ersetzen sollten. 13 Millionen Franken wollte man für den Neubau aufbieten.

Der NQV versuchte, die Pläne des Neubauprojekts mit einer Petition zu stoppen. Man argumentierte, dass das Gebäude unter Denkmalschutz stehe, denn man würde sich in Blickdistanz zum geschützten St. Johanns Tor aus dem 14. Jahrhundert befinden. Die Pläne der Immobilienfirma scheiterten und die Pizzeria konnte weiterhin bestehen. Grund dazu war jedoch nicht die Petition.

Das Bauprojekt soll damals aufgrund inhaltlicher und formeller Gründe abgelehnt worden sein. Thomas Prajer, CEO der Immobilienfirma, kündigte jedoch die Weiterführung des Neubauprojekts an. Und nach vier Jahren sieht man, dass Prajer zu seinem Wort steht. Der Neubau ist in Planung und erneut wehrt sich der NQV mit einer Petition.

Mehr Mitspracherecht an der Baukultur

Die Umstände hätten sich seit 2016 geändert, berichtet Martin vom NQV: «Durch die Ratifizierung der Faro-Konvention haben wir ein grösseres Mitspracherecht an der Baukultur.» Damit ist ein Rahmenübereinkommen des Europarats über den Wert des Kulturerbes für die Gesellschaft gemeint, das von einer sehr breiten Definition des Begriffs Kulturerbe ausgeht.

Der kantonale Denkmalpfleger Daniel Scheller findet jedoch, die Wirksamkeit der Konvention sei überschätzt: «Es ist ein zu abstraktes und unkonkretes Gebilde.» Der NQV hofft trotzdem, dass die Petition den Neubau verhindert, denn die Identifikation vom St. Johann soll erhalten bleiben «und mit dem geplanten Neubauprojekt ist die Gentrifizierung im St. Johann eindeutig zu ausgewogen», sagt Martin.

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