Auf dem Kasernenareal steht ein grosser Umbruch an. Der Grosse Rat hat vor zwei Wochen die Durchführung eines Architekturwettbewerbs beschlossen – damit ist der Weg für eine Neugestaltung des Areals im Herzen Kleinbasels frei. Eine komplizierte Nutzerstruktur und eine Vielzahl von kleineren Herausforderungen spielen in den Umgestaltungsprozess hinein.

So will der Kanton – formell unabhängig vom Beschluss zur Neugestaltung – eine Dachsanierung vornehmen. Dabei sollen die Dachfenster im östlichen Teil des Annexbaus entfernt werden, wie der «Sonntag» berichtet hat. Die Lukarnen waren Anfang der 80er-Jahre im Rahmen der Nutzung als Kulturwerkstatt angebracht worden, um im darunterliegenden Geschoss mehr Licht zu haben. Die kantonale Denkmalpflege will den ursprünglichen Zustand wieder herstellen und eine Einheit zum westlichen Teil herstellen, die frei von solchen Fenstern sind.

Bei der Kaserne Basel lösen diese Pläne Nervosität aus. Der Kulturbetrieb und grösste Nutzer auf dem Areal müsste seine unter dem Dach liegenden Büros aufgeben. Betroffen wäre zudem die benachbarte Moschee. Das Problem sei erkannt, allerdings liegen weder formelle Entscheide zur Sanierung noch ein Zeitplan vor, sagt der kantonale Kulturbeauftragte Philippe Bischof. «Wir stehen in intensivem Kontakt zur Kaserne und hoffen, dass wir während der Sanierung auf dem Areal zwischenzeitliche Ersatzräume finden.»

Bei der Kaserne Basel macht man – zumindest offiziell – auf Optimismus: «Die Büros unter dem Dach zu haben ist nicht wirklich eine Zukunftsperspektive» findet Kasernen-Geschäftsführer Thomas Keller. Er sieht den geplanten Rückbau der Lukarnen nicht als Problem: Dass der Kanton in den Werterhalt der Gebäude investieren wolle, sei positiv. Keller erhofft sich im Zusammenhang mit der Sanierung denn auch eine Verbesserung der Büro-Situation. Klar ist: Ein Wegfall der Lukarnen hat Auswirkungen aufs Raumprogramm auf dem Kasernenareal.

Zum Glück wird auch Raum frei: Den Kopfbau verlassen werden die Hochschule für Gestaltung – dies, sobald der Neubau im Dreispitz fertig ist –, und die Schule für Brückenangebote. Bischof geht davon aus, dass die Schulen Ende 2015 das Areal verlassen haben. Bis zu diesem Zeitpunkt sollen die Pläne zur Umgestaltung des Hauptbaus klar sein. Bischof bestätigt, dass in diesem Zusammenhang die komplexen Strukturen auf dem gesamten Areal vereinfacht werden. Heute sind alleine beim Kanton ein halbes Dutzend Amtsstellen involviert. Die Umsetzung von Umbau und Sanierung dürfte laut Bischof rund zwei Jahre in Anspruch nehmen. Demnach könnte der umgestaltete Kasernenhauptbau 2018 eingeweiht werden.