Die Verträge sind unterschrieben, das Geschäft aber noch nicht umgebaut: Nach dem Aus des Spira-Popstores an der Freien Strasse 42 im Januar 2017 steht der neue Mieter des Lokals an bester Lage jetzt fest. Es handelt sich dem Vernehmen nach um die Only Stores Switzerland AG. Hinter dem unspektakulären Namen steckt eines der grössten Bekleidungsunternehmen Europas, die Bestseller AG aus Dänemark. Unter Only Stores werden in der Schweiz Marken wie Vero Moda oder Jack&Jones vertrieben. Diese sind in Basel seit Jahren in der Steinenvorstadt vertreten.

Nun tasten sich die Dänen also in die Freien Strasse vor. Ihr Markenportfolio ist gross, verschiedene Namen kommen für den ehemaligen Spira-Laden in Frage: Etwa Vila Clothes, ein junges, frisches Damenmodelabel, das in Skandinavien grosse Popularität geniesst. Es wäre das erste Vila-Geschäft überhaupt in der Schweiz. Zu Bestseller gehört aber auch Only & Sons, eine Marke für Herrenmode, die auf Expansionskurs ist: Bis 2020 sind 200 Läden in Europa geplant. Zudem hat sich Bestseller-Lenker Finn Poulsen im September die hippe Marke Carmakoma für Übergrössen geschnappt.

Companys schliesst am Marktplatz

Liegenschaftsbesitzer François Spira kann «wegen eines Sprechverbots» zum neuen Mieter keine Auskunft geben, sagt aber, dass die Bewilligung für den Innenumbau des Ladens «jeden Moment eintreffen kann». Sobald diese vorliege, dauere es noch sechs bis acht Wochen bis zur Eröffnung.

Während die einen Dänen sich ausbreiten in Basel, ziehen die anderen von dannen: Rund 15 Jahre nach der Eröffnung am Marktplatz macht der Multibrand-Laden Companys Schluss. Ende Februar 2018 schliesse das Geschäft, verkündet eine Notiz auf einem A4-Blatt an der Ladenfassade. Nach dem Konkurs im 2015 übernahm die dänische DK Company die Kette und schloss die Hälfte der Filialen in der Schweiz, sodass neun übrig blieben. Heute sind es noch deren sieben.

Probleme, einen Nachmieter zu finden, dürfte die Hausbesitzerin, die Bank CIC, nicht haben: Das Geschäft befindet sich an bester Lage am Marktplatz. Zudem weist die Ladenfläche mit 200 Quadratmetern eine Grösse auf, die sich sowohl für Gastro- als auch Textilkonzepte eignet. Banksprecherin Fabiana Castiglione bestätigt kurz und knapp, man sei «mit Interessenten im Gespräch».

Ein Branchenkenner tippt, dass es sich beim Nachfolger «wahrscheinlich um ein Heimaccessoire-Geschäft» wie H&M Home handeln könnte. Er hoffe jedoch auf ein qualitativ hochstehendes Selbstverpflegungsrestaurant. «Davon gibt es Konzepte wie Sand am Meer, ein ausgeweitetes Gastroangebot würde dem Marktplatz gut tun.» Ein dänisches Foodlabel vielleicht?