Poesie

Dagmara Kraus erhält den Basler Lyrikpreis

Die Dichtung von Dagmara Kraus gleiche einem Haus, in dem alle Türen und Fenster offen stehen, wie die Jury mitteilt.

Die Dichtung von Dagmara Kraus gleiche einem Haus, in dem alle Türen und Fenster offen stehen, wie die Jury mitteilt.

Die Dichterin Dagmara Kraus erhält den Basler Lyrikpreis 2018. Die Jury würdigt sie für ihre sprachliche Vielfalt und Innovationskraft.

Der mit 10'000 Franken dotierte Basler Lyrikpreis 2018 geht an die Lyrikerin und Übersetzerin Dagmara Kraus. Die Jury würdigt sie für ihre unerschrockene Art, neue Ausdrucksmöglichkeiten für die deutsche Sprache zu erkunden.

Die Dichtung von Dagmara Kraus gleiche einem Haus, in dem alle Türen und Fenster offen stehen, wie die Jury mitteilt. Sprachen gehen ein und aus, Deutsch mische sich mit Französisch, Englisch, Polnisch, aber auch mit Fantasiesprachen und gehe mit ihnen Verbindungen ein, die zugleich fremd und bekannt klingen. «Ein feinfühliger Austausch findet statt, der unsere Sprache mit ungewohnten, überraschenden Ausdrucksmustern bereichert und uns zum Rätseln, Staunen und Neuhören anregt. In Zeiten vermehrter Grenzschliessungen erforscht die Dichterin, was entstehen kann, wenn Worte über Landes- und Verständlichkeitsgrenzen getragen werden.»
Eigenwillige Arbeit mit Sprachen

Dagmara Kraus wurde in Wroclaw (Polen) geboren und lebt heute in Berlin. Sie studierte Komparatistik, Kunstgeschichte in Berlin und Paris sowie Literarisches Schreiben in Leipzig und übersetzt aus dem Polnischen, Englischen und Französischen.

Schon ihr erster Lyrikband «kummerang» (kookbooks 2012) erregte Aufmerksamkeit. Es folgten drei weitere Gedichtbände, der letzte 2016: «wehbuch (undichte prosage)». 2016 erhielt die Autorin den «Erlanger Literaturpreis für Poesie als Übersetzung».
Mit dem Basler Lyrikpreis zeichnen Vertreter der Basler Lyrikszene (dieses Jahr Rudolf Bussmann, Wolfram Malte Fues, Claudia Gabler, Rolf Hermann, Simone Lappert und Kathy Zarnegin) das Werk einer Kollegin oder eines Kollegen aus.

Der Preis wird an Dichterinnen und Dichter verliehen, deren Werk sich durch Innovationskraft und durch den Mut zu konsequentem und eigenwilligem Arbeiten mit Sprache auszeichnet. Der Basler Lyrikpreis wird von der GGG gestiftet und während des Internationalen Lyrikfestivals verliehen, das vom 26. bis 28. Januar 2018 im Literaturhaus Basel stattfindet. (bz)

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