Die Liechtensteinische Post gibt die erste mehrfarbig gedruckte Briefmarke der Welt neu heraus. Verkauft wird das neue Basler Dybli nur dieses Wochenende an der Sammlerbörse in der Messe. Möglich macht das der Dybli-Papst Jean-Paul Bach. Er hat die Neuauflage von 1000 Stück veranlasst. Sie kostet zehn Franken und zeigt eine blaue und grüne Version des Dyblis sowie das Konterfei von Melchior Berri, der die Marke 1845 entworfen hat.

Doch Briefmarken sind bei weitem nicht das Einzige, was die Sammlerbörse zeigt. 160 Aussteller verkaufen von Münzen über alte Gemälde und Teddybären alles. Nur Kaffeerahmdeckeli sind laut Bach kein Trend mehr. Der Philatelist ist Präsident des Schweizer Briefmarken-Händler-Verbands (SBHV) und einer von 20 Händlern, die dieses Wochenende wertvolle Briefmarken zeigen und verkaufen.

Das Highlight ist natürlich der 170. Geburtstag des Basler Dyblis. Neben der günstigen Neuauflage sind auch über 20 echte Dybli verschiedener Preislagen zu haben. «Die günstigsten haben einen Startpreis von 2000 Franken. Dabei handelt es sich um Dybli, die Mängel aufweisen, zum Beispiel eine schlechte Farbe haben», so Bach. Dazu kommen sechs ausgewählte mit Dybli frankierte Briefe. Solche Briefe kosten teils mehr als 100 000 Franken. Zusammen mit den anderen teuren Ausstellungsstücken kommen an der Sammlerbörse mehrere Millionen Franken an Wert zusammen.

Ähnlich wie bei einer Schmuckausstellung wird die Sammlerbörse deshalb das ganze Wochenende über bewacht. Die Bewachung ist Bedingung dafür, dass die Baloise den Wiederbeschaffungswert der Sammlerstücke versichert. Total beläuft sich dieser Wert am Wochenende auf fünf Millionen Franken.

Die Dybli haben eine enorme Wertsteigerung hinter sich. Im Gegensatz zu Anlageprodukten des Finanzmarkts gibt es kaum Preissenkungen. Jean-Paul Bach hat zum Beispiel vor einigen Jahren ein Dybli für 35 000 Franken gekauft, das nun 80 000 Franken wert ist. Bach erwartet, dass der Wert der Dybli weiter steigt. «Es gibt zwar viele Briefmarken, die teurer sind als das Dybli. Den Rekord hält eine Marke aus Britisch-Guayana, die für zehn Millionen Franken den Besitzer wechselte. Aber das Dybli als erste farbige Marke ist die Lieblingsmarke von jedem anständigen Philatelisten, egal aus welchem Land er kommt», sagt Bach.

Daig hat Prachtstück verschenkt

Erstmals zeigt Bach zudem einen mit Dybli frankierten Brief von Dybli-Erfinder Melchior Berri höchstpersönlich. Bach hat den Brief kürzlich von einer Familie aus dem Daig gratis erhalten, die das Stück in guten Händen wissen wollte. Die erwarteten 4000 Besucher in der Messe werden sich dieses Bijou kaum entgehen lassen.

Die Schweizer Post zeigt zudem ihre neue Oldtimer-Markenserie. Bei der Liechtensteinischen Post können Besucher eigene Marken-Sonderblöcke drucken lassen. Dazu nimmt man das Wunschmotiv auf CD oder USB-Stick mit.

Die Sammlerbörse findet in der Halle 2 der Messe statt. Am Samstag ist sie offen von 10 bis 19 Uhr, am Sonntag von 10 bis 17 Uhr. Unter 12 Jahren ist der Eintritt frei, Erwachsene zahlen 7 Franken. Von 14. bis 27. November findet zudem im Auktionshaus Rapp in Wil SG eine Sonderschau zum Dybli statt – mit so vielen teuren Exemplaren wie noch nie. Infos: baslertaube-rapp.ch