Basler Wahlen

Damian Heizmann als Regierungsrat? Rot-Grüne werben für Polit-Nobody

Damian Heizmann.

Damian Heizmann.

Heizmann ist chancenlos. Dies hindert rot-grüne Promis nicht daran, den politisch völlig unerfahrenen Regierungskandidaten zu unterstützen. Viele empfinden Baschi Dürr offenbar als nicht wählbar.

Alles, nur nicht Baschi Dürr. So lautet offenbar die Devise bei Rot-Grün. Nur damit lässt sich erklären, weshalb sich vor dem zweiten Wahlgang der Basler Regierungswahlen prominente Vertreter von SP, Grünen und GLP für einen Polit-Nobody starkmachen. Dieser heisst Damian Heizmann, ist 25-jährig, dreifacher Vater und Inhaber einer Brötlikurierbude. Politisch offenbar talentiert, sehr engagiert, aber total unerfahren. Er sei kein Jux-Kandidat, betont Heizmann – wie Christian Mueller, der zweite Polit-Nobody unter den drei offiziellen Kandidaten. Beiden gemein ist zudem der Kampf gegen Politprofi Baschi Dürr: Während sich Mueller über das «pseudo-liberale Geschwätz» ärgert, zieht Heizmann gegen die «politische Dürre» ins Feld. Zu seinen Wahlzielen sagt Heizmann: «Dürr ein paar Tausend Franken aus der Werbekasse entlocken.»

«Dürr nicht der bessere Vorsteher»

Das Dürr-Bashing fällt bei einigen prominenten Linken und Grünen auf fruchtbaren Boden. So wollen der einflussreiche Grünen-Grossrat Michael Wüthrich, Städteplaner und NT-Arealentwickler Philippe Cabane oder der frisch gebackene SP-Grossrat Daniel Jansen am 25. November Heizmann die Stimme geben. «Ich kenne Baschi Dürr und mag ihn. Aber er ist für mich nicht wählbar», erklärt Jansen. Ihm sei bewusst, dass Heizmanns Wahlchancen gering seien. Es gehe darum, ein «Zeichen zu setzen». Kulturmanager Jansen hat den parteilosen Gewerbler am Montag kennen gelernt («Auf einen Kaffee mit Damian Heizmann»). Jansens Urteil nach dem Kaffeeplausch: Heizmann vertrete spannende Ansichten. «Dürr ist nicht zwingend der bessere Departementsvorsteher.»

Auch der Kleinbasler Unternehmer Karl Linder gibt Heizmann den Vorzug. Dieser sei ein sympathischer Zeitgenosse, ein Selbstständigerwerbender mit sozialem Gewissen. «Ich sehe Parallelen zu unseren Werten», urteilt Linder, Vorstandsmitglied der Grünliberalen. Die Grünen-Co-Präsidentin Mirjam Ballmer hält die Positionen des Politneulings ebenfalls für «unterstützenswert». Im Gegensatz zu Jansen und Linder wird sie am 25.November aber leer einlegen. Für sie als Parteipräsidentin sei es keine Option, einen Kandidaten zu wählen, der in der Debatte bisher keine Rolle gespielt habe und über kein Netzwerk verfüge. Dass einzelne Kollegen gleichwohl Heizmann wählen, sei allerdings in Ordnung, fügt Ballmer an.

Warum kein SP- oder GLP-Kandidat?

Die angefragten rot-grünen Exponenten räumen ein, dass der junge Kandidat unerfahren und ohne Wahlchance sei. Doch auf eine Frage kriegt die bz keine schlüssige Antwort: Wenn Baschi Dürr unwählbar ist, weshalb treten SP, GLP oder Grüne nicht mit einem eigenen Kandidierenden an? Aufschlussreich ist eine Aussage Heizmanns: Er hoffe, dass seine Kandidatur Schule mache, «damit die Parteien künftig im zweiten Wahlgang nicht verzichten und den Wählern eine echte Auswahl ermöglichen.»

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