Daniel Stolz, ist Ihnen der Entscheid, Nationalrat zu werden schwergefallen?

Daniel Stolz: Nein, ganz und gar nicht. Es ist eine grosse Chance, die ich sehr gerne wahrnehme. Ich habe mich bisher für Basel in Basel eingesetzt und möchte mich nun für Basel in Bern einsetzen. Getrübt wurde es nur durch die Umstände an sich. Ich bedaure sehr, dass Peter Malama uns verlassen musste.

Was wird die grosse Herausforderung?

Sich erfolgreich für Basel und eine liberale Politik in der eidgenössischen Politik durchzusetzen, ist eine grosse Herausforderung, die ich aber gerne mit Herzblut annehme.

Wie hat Ihr Umfeld reagiert?

Die Reaktionen sind alle positiv. Viele freuen sich sehr und gratulieren auch herzlich. Ohne diese positiven Reaktionen und ohne Rückhalt wäre die erfolgreiche Ausübung eines Nationalratsmandates auch kaum machbar. Ich danke hier allen, aber vor allem auch meinem Lebenspartner.

Werden Sie nun trotzdem Grossratspräsident?

Diese Frage kann ich nicht alleine beantworten. Für mich ist klar, dass sich beides zeitlich kaum vereinbaren lässt. Basel-Stadt hat einen ganzen Grossratspräsidenten verdient und nicht einen halben. Deshalb verzichte ich lieber.

Was werden ihre Hauptanliegen in Bern?

Mein Hauptanliegen ist schon seit langem, dass die beiden Basel, die Nordwestschweiz, aber auch die Städte mehr Gewicht in Bern bekommen. Aber auch der Wirtschaftsstandort Basel - sei dies die Pharma, sei dies das Gewerbe - und die damit verbundenen Arbeitsplätze sind mir ein grosses Anliegen. Bildung, Forschung und Entwicklung sind, neben soliden Staatsfinanzen, essenziell für die Schweiz. Schon bisher engagierte ich mich für eine liberale Gesellschaftspolitik. Dies wird mich auch in Bern beschäftigen. Und dann gibt es noch die Asse im Ärmel, die ich noch nicht preis gebe.

Werden Sie andere Schwerpunkte setzen als Peter Malama?

Das wird sich weisen. Ich kann und will Peter Malama nicht ersetzen. Er war einzigartig und ich bin ich. Es gibt aber sehr viele Themen, wo ich und Peter Malama dieselben Überzeugungen hatten. Unser beider Einsatz galt einer freien Marktwirtschaft, die aber ihre ökologische und soziale Verantwortung wahrnimmt. Zudem werden sich die zukünftigen Schwerpunkte auch dadurch herausbilden, wenn ich weiss, in welcher Kommission ich Einsitz nehme.

Glauben Sie, Sie werden in Bundesbern die Integration in die Fraktion schaffen?

Ja klar, ich bin schon über 20 Jahre in der FDP Schweiz aktiv, arbeitete in den verschiedensten Gremien mit, zuletzt in der Parteipräsidentenkonferenz, und bin somit bestens vernetzt. Zudem verfüge ich über langjährige Erfahrung. Ich weiss genau, wie Politik gemacht wird.

Im Nationalrat häufen sich zur Zeit die Fälle von Überlastung. Macht Ihnen das Angst?

Angst nicht. Aber es flösst Respekt ein. Vor allem muss man sich dieser Gefahr bewusst sein und versuchen, auf Warnsignale zu achten. Es ist wichtig, dass man sich gut organisiert und sich nicht Hals über Kopf in ein Abenteuer stürzt.