Rheingasse

Dank der Kooperation mit der «Basler Weihnacht»: Die Adventsgasse ist gerettet

In 20 Tagen ist es wieder soweit: Dann geht in der Rheingasse mit der kulinarischen «Adväntsgass» zum dritten Mal besinnlich die Post ab.

In 20 Tagen ist es wieder soweit: Dann geht in der Rheingasse mit der kulinarischen «Adväntsgass» zum dritten Mal besinnlich die Post ab.

Zwei Mal lief der Markt in der Rheingasse ohne jegliche Unterstützung der «Basler Weihnacht». Doch nachdem die Initianten davor warnten aufzugeben, kam eine Zusammenarbeit mit dem grossen Bruder zustande. Die Kleinbasler Alternative soll trotzdem weiterhin autonom bleiben.

Überall nur Bad News! Ausser an einem Ort: In der Rheingasse herrscht neuerdings Friede, Freude, Lebkuchen. Und obwohl das weihnachtlich klingt – mit dem Adventsmarkt allein hat die gute Stimmung nichts zu tun. Aber auch.

Die Rheingasse ist ein kompliziertes Pflaster. Zum einen führte die Erweiterung der Boulevard-Beizen zu Problemen zwischen Anwohnern und Gastronomen, Stichwort Lärm; zum anderen erhielt die «Adväntsgass», anders als vergleichbare Veranstaltungen, kaum finanzielle Unterstützung der Stadt. Die private Kleinbasler Alternative zum Weihnachtsmarkt wurde bereits zwei Mal autonom durchgeführt.

Die Spannungen zwischen Anwohnern und Gastronomen sind vor allem in den warmen Monaten spürbar, wenn die Leute bis in die Nacht vor den Beizen trinken und lachen. Wie die bz vor zwei Wochen publik machte, hat das Stadtteilsekretariat Kleinbasel die Beteiligten zusammengetrommelt und eine Vereinbarung zu Stande gebracht, die für alle stimmt. Längere Öffnungszeiten, aber kontrolliert. Und die Möglichkeit, den Security-Dienst anzurufen.

Und die Adventsgasse? Anfang Jahr warnte Co-Initiator Tino Krattiger, alles hinzuschmeissen, wenn sich kein «politischer Wille» abzeichne, die Rheingasse wie geplant zu einer echten Begegnungszone zu machen. Die Adventsgasse als Teil dieser Bestrebung müsse unterstützt werden – auch finanziell. Monatelang war es still um Krattigers Forderung. Und als Co-Initiantin Christine Waelti am Wochenende auf Facebook den neuen Adventsgasse-Flyer aufschaltete, waren die virtuellen Freunde einfach nur froh, dass der Gastro-Markt nun doch in die dritte Runde geht. 

«Unser Temperaturmesser ist Facebook – was dort passiert, ist enorm wichtig!», sagt Krattiger. Fast 2000 Personen gefällt «Adväntsgass im Glaibasel»; viele lassen sich bei kleinsten Neuigkeiten zu einem «Daumen hoch» hinreissen. Da kann man doch nicht einfach den Bettel hinschmeissen? 

Emotions-Faktor für Anwohner

Die Lebkuchen-Stimmung ist jedoch nur teilweise den Facebook-Fans zu verdanken. Der Verein Basler Weihnacht, der den grossen Weihnachtsmarkt organisiert, kam nach dem medialen Säbelrasseln Anfang Jahr auf die Initianten zu. Bei «Gesprächen und Sitzungen» entstand eine Partnerschaft, die der Adventsgasse die gewünschte Unabhängigkeit gewährleistet, sie aber unterstützt. «Diese Kooperation hilft, die Existenz der Adventsgasse langfristig zu sichern», sagt Waelti.

Sie versteht den Markt als Ergänzung zum grossen Bruder im Grossbasel. «Während der Weihnachtsmarkt auch eine touristische Attraktion ist, pflegen wir eher das Lokale.» Die Besucher kämen nicht nur der Stände wegen, sondern auch, weil sie wüssten, dass sie bekannte Gesichter treffen – so wie immer in dieser Strasse. Einen Unterschied zum Normalbetrieb macht Krattiger aus: «Die Adventsgasse ist der emotionale Faktor für Anwohner, da sie sie mitgestalten können.»

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