Brauner Flecken im Torraum gleich gesperrtes Fussballfeld - und das über Wochen. Was vielerorts auf Naturrasenfeldern normal ist, haben die Basler besser im Griff. Das «Basler Rasenplatten System» macht es möglich, dass neuer Rasen verlegt werden kann. Die Mitarbeitenden der Sportanlagen ersetzen die braunen Flecken am Nachmittag mit rund 80 bis 100 Kilogramm schweren Rasenflicken, und noch am selben Abend können die Fussballer wieder auf den Platz.

«Ohne die Rasenplatten hätten wir über 14 zusätzliche Rasenfelder bauen müssen», sagt Eric Hardmann, Leiter der Sportanlagen. Heute kämen aus der ganzen Schweiz Mannschaften ins Trainingslager nach Basel, weil hier die Plätze auch im Sommer bespielbar seien. Gezüchtet wird der Rasen für die Platten in den Sportanlagen St. Jakob. Und die kaputten Flächen werden rezykliert. «Es geht kein Kilo Erde verloren», betont Hardmann.

Unzählige Innovationen

Für diese und andere Innovationen der letzten 35 Jahre wurde das Sportamt Basel-Stadt mit dem Preis der Schweizer Sektion der Internationalen Vereinigung für Sport- und Freizeiteinrichtungen (IAKS) ausgezeichnet (vgl. Kasten). «Das ist alles andere als selbstverständlich», sagt Peter Howald, Leiter des Sportamts gestern anlässlich eines Rundgangs über den Rankhof. Den Leiter der Anlagen Hardmann bezeichnet Howald liebevoll als «leidenschaftlichen Spinner», der mit seiner motivierten Equipe immer wieder nach neuen Lösungen suche.

Auch Regierungsrat Christoph Eymann, Vorsteher der Erziehungsdirektion, zu der das Sportamt gehört, freut sich sehr über den Preis und stellt klar: «Der gehört dem Team, nicht der Politik.»

So manche Grundlagenarbeit stamme aus der Basler Werkstatt, sagte Roger Gut vom IAKS. Er lobte den Innovationsgeist des ganzen Erziehungsdepartementes. Und zählte einige der wegweisenden Arbeiten auf. Zum Beispiel den mobilen Kunstrasen, der im Winter auf den roten Sportplätzen ausgelegt werden kann. Oder das Energierasengitter. Auf der Suche nach einem neuen System für eine Kunsteisbahn im Eglisee ergab sich quasi als Nebenprodukt eine Rasenheizung. Erste Versuche wurden im vergangenen Winter im Eglisee erfolgreich durchgeführt und haben gezeigt, dass es in beide Richtungen funktioniert: kühlen und heizen.

Harzen ist dem Roboter egal

Und auf der langen Liste der Basler Erfindungen ist auch die Idee und die Vorarbeit für den Hallenputzroboter Bodenwart, der mittlerweile in Deutschland produziert wird. Die Maschine putzt Hallenböden innerhalb von 15 Minuten - und sogar das Harz, das die Handballer einsetzen und das auf den Böden haften bleibt, kann er entfernen. Können die Hallenböden effizient geputzt werden, steigt die Belegungszeit.