Bahnhof SBB

Dank gigantischer Arbeitsbühne: So entstehen die neuen historischen Perronhallen am Basler Bahnhof

Die Arbeiten dauern bis Ende 2023, kosten 34 Millionen Franken und sollen auch bessere Beleuchtung und Kundeninformation bringen. Die Hallen stammen von 1905. Insbesondere Korrosion setzt ihnen zu. Einschränkungen im Bahnbetrieb gibt es so gut wie keine.

Seit Mitte März setzen die SBB die alten Perronhallen im Basler Bahnhof SBB gründlich instand. Die Arbeiten sollen bis Ende 2023 dauern und 34 Millionen Franken kosten. Sie betreffen die fünf Perrons der Gleise 1/2, 3/4, 5/6, 7/8 und 9/10.

Die historischen Perronhallen wurden von 1901 bis 1905 gebaut. Das Ziel ist, die Nutzungsdauer der Hallen um weitere 60 Jahren zu verlängern, unter Berücksichtigung des Denkmalsschutzes. Ausserdem werden die Bedingungen für die Reisenden erheblich verbessert.

Der Bahnhof soll mit Ausnahme temporärer Perronsperrungen, bei denen der Zugang zu den Zügen gewährleistet bleibt, während der Bauarbeiten normal weiter genutzt werden können. Braucht es Gleissperrungen, werden die Arbeiten auf die frequenzarmen Nachtstunden verschoben. Sie erfolgen von einer Arbeitsbühne, die so gross wie ein Fussballfeld ist. Die erste Bühne befindet sich am östlichen Rand des Bahnhofs, neben der Post. Praktisch daran ist, dass die Camions mit Material über das grosse Postgebäude und eine Rampe zur Baustelle fahren können.

Zufahrt über die Post

Im Laufe der Arbeiten wird die Arbeitsbühne in vier Etappen in Richtung Westen und Grosse Passerelle verschoben. SBB-Projektleiter Thomas Holthuisen erklärte gestern Dienstag während einer Baustellenführung für die Medien: «Je mehr wir uns dieser nähern, desto anspruchsvoller wird es für uns.»

Am Ende der jeweiligen Etappe werden doppelzylinder-förmige Leuchter angebracht, die die Perronhalle heller und freundlicher machen sollen. Denise Bade von der Projektleitung bei Stebler Jauslin betonte: «Das wird auch von den aktuellen Normen verlangt.» Die SBB schreiben: «Mit den Massnahmen für eine bessere Kundenlenkung entspricht die SBB einerseits den neuen gesetzlichen Anforderungen im Evakuationsfall. Andererseits erleichtern die Massnahmen den Reisenden die Orientierung im Bahnhof.»

Auch die Durchsagen werden deutlicher

Die SBB montieren auf den fünf Perrons 25 neue Standardstelen. Sie tragen links und rechts je einen neuen stabartigen Lautsprecher. Sie sind näher bei den Reisenden als die alten Lautsprecher, die unter der Perronhallendecke befestigt waren. «Tonqualität und Verständlichkeit der Durchsagen werden deshalb besser», versprechen die SBB in ihrer Medienmitteilung.

Ausserdem können Fluchtwegbeschreibung, Uhren und Entwerter daran befestigt werden. Die neun sogenannten T-Stelen tragen zusätzlich an ihren Auslegern die neuen digitalen Perronanzeigen, die die alten Fallblattanzeigen ablösen. «Die Anzeiger werden schweizweit ersetzt. Es gibt gar keine Ersatzteile mehr», erläuterte Holthuisen. Die neue Version soll eine erweiterte und flexiblere Kundeninformation bringen. In der Medienmitteilung heisst es: «Sie können zum Beispiel Details zu Gleisänderungen angeben, Gruppeninformationen, Zusatzinformationen zum Bahnverkehr, Störungsdetails oder Informationen über lokale Events.»

Korrosionsschutz erneuern

Im Rahmen der Arbeiten werden der Korrosionsschutz, die Dacheindeckung und der Taubenschutz erneuert. Taubenkot wirkt hoch korrosiv. Ausserdem werden einzelne Stahl- und Glaselemente ersetzt. Die letzten Überholungsarbeiten fanden in den 30er-Jahren statt.

Bade kommentierte während der Besichtigung: «Es ist erstaunlich, dass der Korrosionsschutz so lange gehalten hat.» Insbesondere bei den Wasserableitungen ist zu sehen, wie sehr der Rost dem Hallendach schon zugesetzt hat. Holthuisen kommentiert: «Es besteht absoluter Handlungsbedarf.» Überarbeitet werden soll auch die alte Holzverschalung, die aus Fichte besteht, die mit einem Eiche-Imitat überstrichen worden war.

Ein Mustergerüst für erste Materialuntersuchungen und Probeanstriche wurde bereits Ende 2017 aufgebaut. Erste Stelen wurden zur Begutachtung durch den Denkmalschutz im März 2018 montiert.

Autor

Peter Schenk

Peter Schenk

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