Basler Fasnacht
«Darf mi Brueder au e Dääfi ha?» - dr Zyyschtig ghört de Binggis

Es ist wieder so siidig, wie die Binggis durch die Innenstadt ziehen und mit gfürchigen Larven und Räppli die Grossen erschrecken.

Muriel Mercier
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Dr Zyyschtignoomidaag ghört de Binggis. Der kleine Waggis reibt sich freudig die Hände.
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Kinderfasnacht
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Kleinst Guggemuusig d Provokateure.
Etwas Süsses vom Ueli.
Prächtige Waggis in der Steinen.
Hier gibt der Binggis das Tempo vor.
Zwei Alte Tanten am Barfi.
Im Charivarikostüm vor dem Stadtcasino.
Und jetzt none Rösli.
Kleiner Trommler mit grossem Talent.
Tambouren und Pfeiffer im Charivari.
Mach mal Pause bis viertel ab.
Und nochmal ganz härzig.
Paradiesvägel mit Nachwuchs.
Eifach härzig.
Abwedeln und Intrigieren.
Richtige Schelmen.
Kinderwaggiswagen mit Fifa-Sujet.
Sefies können so schön sein.
Stilleben mit Gelb.
Noch ein bisschen brav.
Noch mehr Farben.
Alles im Blick.
Eine Handvoll Räppli.
Waggis in Anfahrt.
Im Charivari Kostüm.
Die Kleinen stehen heute im Fokus.
Kinder hüetä wie ne Sagg voll Flöh…
Mittagspause uf em Andreasplatz
Mittagspause uf em Andreasplatz
Mittagspause uf em Andreasplatz
Mittagspause uf em Andreasplatz
Nochwuchswaggis voll in Action

Dr Zyyschtignoomidaag ghört de Binggis. Der kleine Waggis reibt sich freudig die Hände.

Juri Junkov

Whääääääääääh! Das muesch doch nid ins Muul näh!» Der grosse blau-weisse Ueli schaut das kleine Mariekäferli auf seinem Arm entsetzt an. Was hat das dicke Plüsch-Knäuel «ächt» in den Mund gesteckt? Räppli aus dem Kragen seines Papis? Oder eine leere Dääfeli-Verpackung? Egal, die Eltern haben am Dienstagnachmittag keine Chance, ihre Kinder im Griff zu haben. Und das ist auch richtig so.

Die Vorfreude ist riesig, «Mami lueg, s het scho agfange», ruft eine Fee der Dame hinter ihr zu. «Es isch nonig emol halb zwei», antwortet s Mami und schaut in verständnislose Augen. In der Steine wimmelt es von Piraten, Krokodilen und Waggis, die in der kleinsten Kindergrösse versinken. Zu zweit sitzen sie in ihren mit Räppli eingeschneiten Bollerwagen, ein Dääfeliseggli neben sich, und staunen ab den Fröschen, Bären und Clowns, die um sie herum rennen.

«So grossi Wäägeli hets friehner nid gäh», kommentiert eine ältere Dame zu ihrem Mann. Ihm werden grade Räppli in den Mantelkragen gestopft. «Gopferdeggel, nid immer ich», sagt er, kann aber ein Lächeln nicht unterdrücken. Die mutigeren Kinder strecken ihre Händchen den Kleinen in den Bollerwagen unter die Nase und fordern Sugus und Schläggstängel. Die Frechen, über die sich Mami und Papi vor allem aufregen, kommen gar mit dem prall gefüllten Plastiksack auf ihre Binggis zugerannt.

Der Weg über die Streitgasse in die Freie Strasse erfordert viel Geduld. Wer nicht vom Barfüsserplatz rechts abbiegen möchte, versucht, sich mit dem ungelenken Wagen im Schlepptau über die Weisse Gasse neben dem Coop Pronto reinzudrücken. Das bringt doch nichts!

Räppli fliegen auch von unten

Eine hohe, silberne Burg tuckert die Freie Strasse herunter. Fünf Ritter und ein Burgfräulein greifen in Schalen hinter den Zinnen und schmeissen blaue Räppli in die Zuschauermenge. Ein kleiner Bär hebt eine Hampfle auf und versucht, sie dem Vorträbler, einem grossen Waggis mit blau-schwarzer Haarpracht, Richtung Larve zu werfen. «Dylan, das macht mä nid!», nimmt ihn sein Mami in die Mangel. «Das isch nid luschtig!»

Ein Binggis mit einer roten Clownnase macht neben dem Leiterwäägeli eines Tigers Halt und fragt, ob er ein Dääfi haben darf. Der Tiger ist grosszügig und gibt ihm zwei. «Darf mi grosse Brueder au no eins ha?», antwortet der Clown nicht verlegen. Er darf, beide bedanken sich sehr herzig für die süsse Gabe.

Auch am Spalenberg ist der Andrang gross. Zwar fegt der Wind immer eisiger, die langen Haare flattern den Mädchen nervig ums Gesicht. Aber der Leuchtturm, der von zwei jugendlichen Seemännern auf dem Velo gezogen wird, versucht, die Klippe des Spalenbergs zu erklimmen. Die Seemänner wollen grade absteigen, da kommt eine Gruppe Affen und fängt an zu stossen. Einen Versuch ist es wert. Deutlich einfacher haben es sich die jungen Wintersportler gemacht. Sie nehmen den Spalenberg von der anderen Seite in Angriff und suttern mit dem Schlitten runter.

Doch die Kälte macht müde. Auf dem Rümelinsplatz reihen sich langsam aber sicher die Eltern mit den Leiterwäägeli hinter Cliquen ein und ziehen ihre schlafenden Kinder aus der Innenstadt raus. Es ist der schönste Tag im Jahr für die Kinder – doch auch der geht zu Ende. Die Mamis und Papis können sich freuen. Denn die kleinen Harlekin, Blätzlibajass und Batmans haben gestern Abend nach dem Znacht sicher bald ihre Äuglein zugemacht.

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