Clanoberhaupt Pedro Riverino ist Clown und selbst im Zirkus geboren. Der älteste Sohn Tony Santos Garcia ist 20 Jahre alt und arbeitet als Jongleur. Die sechzehnjährige Tochter Christina Santos Garcia ist Schlangenfrau, der zwölfjährige Sohn tritt mit dem Vater auf, die Mutter trainiert die Tochter.

Dass eine Familie aus Spanien mit einem Schweizer Zirkus tourt, ist auf eine nüchterne Geschäftsbeziehung zurückzuführen. «Wir bewerben uns im Internet, es ist ein Engagement», sagt Riverino. Man verhandelt hart: Schliesslich wollen beide Seiten profitabel abschneiden, sagt er und fügt an : «Unser Leben ist manchmal lustig - aber meistens anstrengend.»

Die Wohnverhältnisse belasten das Familienklima nicht besonders. «Natürlich ist es manchmal eng, aber die Familie ist sehr wichtig»; findet die Sechzehnjährige Christina.

Dann die Weihnachtsshow

Sie wird nach dem Engagement beim Zirkus Nock nach Deutschland gehen, um zwei Monate bei einer Weihnachtsshow aufzutreten. Nächstens Jahr ist die Familie in Frankreich, danach in Norwegen. «Wir würden gerne eine eigene Show aufbauen», sagt Riverino.

Der Hauptsitz der Familie ist in Madrid, nahe an der Innenstadt gelegen. «Wenn wir allerdings einen Monat zu Hause waren, können wir es fast nicht erwarten, wieder zu gehen», erzählt Tony lachend. Zwischen Paris und Lille besitzt die Familie zudem ein Landstück als Umschlagplatz.

«Wenn wir in England, Frankreich oder der Schweiz auftreten, ist dies am zentralsten. Wir laden ab, nehmen das Wichtigste mit und fahren nach Madrid», sagt Riverino.

Welches Land gefällt ihnen am besten? Alle drei sind unterschiedlicher Meinung. «Die Schweiz», findet Tony, wegen der Seen. «England», sagt Christina. «Spanien», findet Vetar Pedro Riverino mit Überzeugung.

Arbeit, Schule, Beziehungen

Ihre Ausbildung machen die Heranwachsenden an einer spanischen Institution, die Bürgern im Ausland Bildung vermittelt. «Alle drei Monate schreiben wir unsere Prüfungen in der Botschaft im derzeitigen Aufenthaltsland», erklärt Tony.

Ein gutbürgerliches Leben kann er sich ohnehin nicht vorstellen. «Ein Job, in dem ich jeden Tag dasselbe machen würde, wäre pure Langeweile», meint er.

«Wir lernen unterwegs so viele Leute kennen», fügt seine Schwester an. Zwischenmenschliche Beziehungen sind trotz Internet schwierig. «Man lässt die Leute nicht so nahe an sich heran kommen, wenn man weiss, dass die gemeinsame Zeit begrenzt ist», sagt Tony nachdenklich.

Der Zirkus Nock gastiert vom 21.September bis zum 7 Oktober für 26 Vorstellung auf der Rosentalanlage in Basel