Offbeat-Kopf Urs Blindenbacher ist mit 2013, dem ersten Jahr mit der neuen GmbH im Rücken, sehr zufrieden: 80 Prozent Auslastung übers Jahr und rund 40'000 Franken Überschuss liessen ihn am Montag bei der Programm-Medienkonferenz strahlen. Jazzevents veranstaltet er seit 24 Jahren unter dem Offbeat-Label und 39 Jahre unter Jazz in Basel.

2014 hat Offbeat mit insgesamt 31 geplanten Konzerten in diversen Sälen und Lokalen 2000 Tickets mehr anzubieten als im Vorjahr. Im Frühling mit dem Jazzfestival (4.4.-10.5.2014) rechnet er nicht mit voll ausverkauftem Haus, käme aber schon mit der Hälfte der Tickets aus den roten Zahlen. Das stimmt ihn trotz Wirtschaftsflaute optimistisch.

Chick Corea und Hermeto Pascoal

Ein thematischer Schwerpunkt im neuen Jahr sind Pianos: Weltstars wie Chick Corea oder Wolfgang Dauner werden ebenso in Basel auftreten wie Schweizer Cracks wie Hans Feigenwinter oder Irene Schweizer. Neben normalen Bühnen gibt es ferner erstmals unplugged-Auftritte in der Dorfkirche Riehen, unter anderem mit Richard Galliano.

Der Frauen-Fokus bringt neben Irene Schweizer - mit Pierre Favre - auch Perkussionistin Marilyn Mazur und Fado-Sängerin Ana Moura ans Rheinknie; ein Heimspiel hat da Lisette Spinnler. Er zeige nicht einfach die immergleichen Leute, sagte Blindenbacher, sondern Offbeat-Rückkehrende erlaubten dem Publikum auch, deren Entwicklung zu beobachten.

Generell verspricht er, das Programm stilistisch etwas auszuweiten und auch ein jüngeres Publikum anzusprechen. Auch das erlaubt Entdeckungen, etwa den Libanesischen Trompeter Ibrahim Maalouf mit seinem funklastigen Oktett. Legenden fehlen dennoch nicht, etwa als Festival-Opener der brasilianische Multiinstrumentalist Hermeto Pascoal.

Jazzcampus-Vertonung

Sonder-Highlight ist die Uraufführung eines Kompositionsauftrages der Jazzabteilung der Basler Hochschule für Musik an den in New York lebenden Argentinier Guillermo Klein: Dieser fasst die Entstehung des in Bau befindlichen Jazz-Campus in Basel in einem orchestralen Werk zusammen - der Campus wird wohl im Sommer eröffnet.

Stiftungen ermöglichen mit dem Jazz-Campus eine europaweit einmalige Kombination von praktischer und theoretischer Ausbildung mit eigenen Bühnen und Aufnahmestudios. Nach dem vor 20 Jahren eröffneten Basler Jazzclub Bird's Eye mit Top-Livemusik von nah und fern verspricht dieser Campus einen weiteren Meilenstein für die Schweizer Jazzszene.

In der immer mehr digitalisierten Welt sieht Blindenbacher denn auch das Live-Konzerterlebnis als echte Attraktion: Nicht nur finanzierten Night-Sponsors einzelne Konzerte aus Begeisterung, sondern der CD-Verkauf an Konzerten nehme deutlich zu, weil die Leute ihre gute Erinnerung mit nach Hause nehmen wollten.

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