Brettspiel

Das Basler Monopoly: Diese Umsetzung ist im besten Dialekt-Sinn «glunge»

Neben lokalen Unternehmen haben es auch ein paar Sehenswürdigkeiten aufs Brett geschafft.

Neben lokalen Unternehmen haben es auch ein paar Sehenswürdigkeiten aufs Brett geschafft.

Nun ist auch für die Stadt Basel ein Monopoly erschienen. Aber eingefleischte Monopoly-Fans werden bitter enttäuscht. «Zrugg in d Kischte» mit diesem Spiel.

«Die drei scheenschte Dääg verschloofe. Das koschtet M 15». Solche und ähnliche Bussen erwarten die Spieler beim neuen «Monopoly Basel». Wer sich aber auf ein spannendes Spiel um die Herrschaft über die schönsten Plätze und Strassen der Stadt gefreut hat, wird bitter enttäuscht. Statt um die Freie Strasse und den Andreasplatz feilschen die Spieler hier um «Egler Lutz Basel» oder die «Garaasch Hollestäi Aesch». Diese Firmen sind sogenannte Feldpartner und wurden von Unique Gaming Partners, den Machern von Monopoly Basel akquiriert, um das Projekt zu finanzieren.

Die Chance-Karten heissen hier Unique Gaming News – ein bisschen Eigenwerbung muss ein. Darauf stehen Aufforderungen wie: «Bravo! Sie hänn sich für unser Cloud-Broduggt «netgroup-Datacenter» entschiede. Zum Dangg bekömme si M 25.» Man habe sich bemüht, das Spielfeld nicht mit Firmenlogos zu übersäen, sagt Geschäftsleiter Daniel Herzog. Wären noch mehr Logos präsent, müsste Monopoly Basel allerdings schon bald unter Werbeartikel statt Gesellschaftsspiel geführt werden. Neben den Logos von Energieversorgern, Radiosendern und Luftseilbahnen sind auch die offiziellen Verkaufstellen von Monopoly Basel mit Spielfeldern vertreten. Die finanzielle Unterstützung der Unternehmen hätte aber keinen Einfluss auf deren Platzierung auf dem Spielbrett. Die Entscheidung welcher Betrag im Spiel für die Firmen bezahlt werden muss, sei ein rein gestalterischer gewesen, versichert Herzog bei der Präsentation im Binninger Schloss. Dieses hat selbstverständlich auch einen Platz auf dem Spielfeld erhalten.

Als die Entscheidung gefallen war, ein Monopoly für die Region Basel zu entwickeln, stand schnell fest: «Das müssen wir auf Baseldytsch machen», sagt Herzog in litauischem Dialekt. Statt Gefängnis heisst es «Kischte». Oftmals ist die Dialekt-Anbiederung aber unfreiwillig komisch: So darf man sich getrost über Schreibweisen wie «Theaater Basel», «Brattele» und «Joggeliphaark» wundern. An der Präsentation anwesend war auch der Monopoly Mann. Etwas irritiert über die Entfremdung seines Spiels stand der gute Mann während des Apéros schweigend in der Ecke.

Meistgesehen

Artboard 1