Stadtbuch

Das Basler Stadtbuch: Moderne Verpackung, bewährter Inhalt

Titelbild des neuen Basler Stadtbuchs. Juri Junkov

Titelbild des neuen Basler Stadtbuchs. Juri Junkov

Zum 134. Mal erscheint die jährliche Chronik des Basler Lebens. Die Themen kennen darin keine Grenzen: Im 226-seitigen Werk wird über Kriminalität, Energiepolitik, etc. geschrieben. Die Texte sind teilweise aber etwas gar einseitig.

Kelten und Energiepolitik, die Basler Wasserversorgung und die Kriminalität im Grenzraum oder die Baulinie an der Türkheimerstrasse und der Claraturm. Nur in einem Werk ist die Bandbreite der Themen so weit und der geografische Rahmen so eng gesteckt wie im Basler Stadtbuch.

Seit 134 Jahren gibt es das Stadtbuch, ab morgen steht die Ausgabe 2014 in den Buchläden. Moderner kommt sie daher, nicht nur wegen ihres Untertitels «Basel in - out», das auf das grosse Thema Logistik anspielt.

Auch die Gliederung der thematischen Kapitel mit karteikartenartigen Reitern und das dynamische Frontbild vom Messeneubau sind weit entfernt von dem, was weiland Grossmutters Bücherregal zierte.

Bekannte Namen

Gleich geblieben ist, dass wohl jeder einen Text findet, dessen Thema ihn interessiert. Und auch die Autoren bedienen wohl so ziemlich jeden Geschmack.

Ob man nun Ruedi Rechsteiners gefühlt 327. Essay über erneuerbare Energien lesen will oder Martin R. Deans Assoziationen zum Grenzübertritt zwischen den beiden Basler Halbkantonen, alle kommen auf ihre Kosten.

Die Namen über den Texten scheinen dem Lesenden seltsam bekannt, kein Wunder, die meisten von ihnen schreiben auch sonst, und zwar für sämtliche Printmedien der Stadt und der Region.

So vereint das Stadtbuch in harmonischer Gesellschaft «Tageswoche»-Sportredaktor Florian Raz, den bz-Kulturjournalisten Simon Baur und Peter Bollag vom «Regionaljournal SRF», um nur einige zu nennen.

Freiheit und ihre Tücken

Stärke und Schwachpunkt zugleich ist einmal mehr, dass im Stadtbuch die Autoren sehr frei schreiben dürfen. Das tut der thematischen Vielfalt gut, doch sind die Texte teilweise gar einseitig.

So kann es wohl jemand dem Kommunikationschef der Universität Basel vergällen, dass er äusserst positiv über die Städtepartnerschaft zwischen Basel und China schreibt, oder dem Chefbeamten des Erziehungsdepartements, wenn er den Umbau der Basler Bildungslandschaft über den grünen Klee lobt. Anderen Artikeln, beispielsweise jenem über die Kriminalität im Dreiland, haftet der Makel der Einseitigkeit an.

Echte Trouvaillen

Der «kriminalgeografische Raum», in dem «kriminelle Banden, mehrheitlich Fahrende», ihr Unwesen treiben, kommt etwas gar platt daher. Und auch die Analyse des Streits um den Claraturm bringt wenig Neues.

Dafür sind Beiträge wie Julia Konstantinidis’ Reportage aus dem Basler Fundbüro und André Salvisbergs Interview mit dem Fotografen Christian Baur Stücke, für die alleine sich die 39 Franken lohnen, die der Christoph Merian Verlag für das Stadtbuch verlangt. Erhältlich ist das 226-seitige Werk ab heute im Buchhandel.

Weitere Informationen zum Stadtbuch finden Sie hier.

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