Schandfleck oder hohe Baukunst? – darüber lässt sich streiten. Doch eines ist klar: Das Felix-Platter-Spital ist ein wichtiger Bestandteil des Iselin-Quartiers. Seit fünf Jahrzehnten prägt das Gebäude das Quartierbild.

Doch schon bald kommt es zum grossen Umbruch. 2018 zieht das Spital in den geplanten Neubau nebenan. Das jetzige Gebäude steht dann leer und bietet Platz für Neues. Entweder für eine Umnutzung oder für einen Neubau. Das weckt Hoffnungen – im Iselin-Quartier, sowie in ganz Basel. Gehofft wird vor allem auf mehr Wohnungen. Gemäss der Basler Regierung sollen auf dem Gelände des jetzigen Spitals 500 bis 550 Wohnungen entstehen. Mit einer Leerwohnungsziffer von 0,23 Prozent sind diese in Basel willkommen.

Aus Platzmangel ist das Felix-Platter-Spital einst auch entstanden. 1890 fehlte es in der Stadt an freien Spitalbetten. Das Bürgerspital war hoffnungslos überfüllt. Als Massnahme beschloss die Regierung den Bau eines «Hilfsspitals» an der Burgfelderstrasse mit 120 zusätzlichen Betten. Erst 1956 wurde aus dem «Hilfsspital» das «Felix-Platter-Spital», 1967 zog das Hospital in das heutige Gebäude.

Dessen Zeit wird in drei Jahren ablaufen. Zumindest in der Funktion als Spital. Möglicherweise wird das Gebäude zukünftig Genossenschaftswohnungen beherbergen. Für diese Lösung setzt sich der Heimatschutz Basel-Stadt ein. Er legte gegen die Abriss-Pläne des Kantons Basel-Stadt Rekurs ein. Grund: die architektonische Besonderheit des Gebäudes. Das Felix-Platter-Spital ist im Inventar der schützenswerten Bauten der kantonalen Denkmalpflege Basel-Stadt verzeichnet.

1000 neue Quartierbewohner

Ob Neu- oder Umbau, eines ist schon klar: Vor allem günstiger Wohnraum soll geschaffen werden. Mit den 500 bis 550 angedachten Wohnungen würde das Iselin-Quartier auf einen Schlag um rund 1000 neue Bewohner wachsen. Diese Zahl macht augenscheinlich: Der Umbau auf dem Felix-Platter-Areal wird auch das Iselin-Quartier verändern.

Über die Folgen, aber auch das Potenzial für das Quartier wird schon jetzt diskutiert. Das Stadtteilsekretariat Basel-West lud bereits vor einem Jahr Interessensvertreter zu einem Ideenworkshop ein. «Wir sind sehr früh in der Planung», sagt Angelina Koch, Betriebsleiterin des Stadtteilsekretariat Basel-West. «Dadurch erhoffen wir uns mehr Spielraum.» Ziel des Ideenworkshops war es, die verschiedenen Anliegen und Befürchtungen zu sammeln. Dazu sucht das Stadtteilsekretariat auch den direkten Kontakt mit den Quartier-Anwohnern. Am 19. und 21. Mai wird der Verein im Igelsaal des Kannenfeldparks jeweils ab 14 Uhr präsent sein und die Bevölkerung nach ihren Anliegen befragen.

2018 wird das zukünftige Felix-Platter-Spital bezogen. Die Illustration zeigt, wie es einst aussehen soll.

2018 wird das zukünftige Felix-Platter-Spital bezogen. Die Illustration zeigt, wie es einst aussehen soll.

Ein Wunsch ist Angelina Koch bereits bekannt: «Die Iselin-Anwohner wünschen sich mehr Belebung im Quartier.» Koch vergleicht die Rolle des Stadtteilsekretariats mit einem Seismografen – einem Gerät, dass die Stärke eines Erdbebens misst. «Wir klären ab, wo es Probleme geben könnte, und leiten unsere Erkenntnisse an die zuständigen Stellen weiter.» Im Fall des Felix-Platter-Areals gibt es vor allem zwei: der zunehmende Verkehr und die zunehmende Zahl der Schüler. Die Umgestaltung des Areals bietet aber auch Potenzial für Verbesserungen. Zum Beispiel bieten sich Synergien mit dem Felix-Platter-Spital an. Ursula Fringer, CEO des Felix-Platter-Spitals, kann sich solche durchaus vorstellen. «Vor allem dann, wenn auf dem Areal Alterswohnungen entstehen.» Sie denkt an eine Mitbenutzung des Restaurants oder an das medizinische und therapeutische Angebot des Felix-Platter-Spitals. «So ist zum Beispiel eine Hausarztpraxis im Neubau geplant.»

Weiter bietet das zukünftige Areal die Möglichkeit zu einer Begegnungszone im Quartier. Wer weiss, vielleicht schlendern die Bewohner des Iselin-Quartiers schon in naher Zukunft über das Felix-Platter-Areal und trinken in einem der Lokale einen Kaffee.