Zwischen der Messe und dem Badischen Bahnhof verkehren derzeit keine Trams. Unter Hochdruck wird die Strasse saniert, die Gleise ersetzt. Vor Wochenfrist drohte der ganze enge Zeitplan Makulatur zu werden.

Die stählernen Schwellen waren bereits einbetoniert, die Gleise sollten nur noch richtig fixiert werden. Doch als die Schienen mit 220 Newtonmeter am Unterbau festgezurrt wurden, brachen einige der Bolzen. Die Schwachstelle war nicht etwa die Schweissnaht zwischen der Schwelle und dem Bolzen, sondern der Bolzen selbst. Die Ursache ist nach Auskunft der BVB noch unbekannt. Sicher sind sich die Basler Verkehrs-Betriebe nur, Bolzen richtiger Qualität bestellt zu haben.

Zeit für langwierige Abklärungen blieb nicht. Denn am 22. Oktober soll der Trambetrieb wieder aufgenommen werden. Diese Frist ist nicht nur gesetzt, um den Passagieren nicht noch länger den Unbill des Umsteigens zuzumuten. Problematisch würde es auch für die Trams, die zwischen Riehen und Eglisee verkehren. Abgeschnitten von einer der BVB-Werkstätte können sie nicht ordentlich gewartet werden.

Fehlendes Ersatzmaterial

Betroffen ist eine Strecke von gut 270 Metern. 2800 neue Bolzen haben die BVB jedoch noch auftreiben können, um die defekten zu ersetzen. Diese werden abgeschnitten, daneben ein neuer aufgeschweisst. Doch damit können nur rund 220 Meter Rosentalstrasse wie vorgesehen montiert werden. Für rund 50 Meter fehlt das Ersatzmaterial und eine Nachlieferung dauerte zwischen drei und vier Wochen – zu lang, um zu warten.

Die Lösung, die von der BVB nun umgesetzt werden: Anstelle der Standardvariante kommt eine aufwendigere Bauart zum Einsatz, die sonst bei Kunstbauten wie etwa auf Brücken eingesetzt wird. Auch bei neuralgischen Punkten wie zuletzt beim Badischen Bahnhof wird sie verbaut. Das nötige Material ist zudem vorhanden, doch es benötigt einen etwa anderen Unterbau. Dafür werden die Gleise in der Rosentalstrasse auf einer Länge der 50 Meter demontiert und der darunterliegende Beton entfernt.

Langwierige Abklärungen

Die BVB und das Basler Tiefbauamt, das die gesamten Arbeiten koordiniert und verantwortet, zeigen sich zuversichtlich, dass die Trams wie vorgesehen in gut zwei Wochen wieder verkehren können. Der Strassenbau könne sich «geringfügig» verzögern, sollte jedoch «nach aktuellem Stand» wie vorgesehen im Juni kommenden Jahres abgeschlossen werden.
Etwas länger dürften die Abklärungen dauern. Ein «Schuldeingeständnis» des Lieferanten, fehlerhaftes Material geliefert zu haben, liegt gemäss BVB nicht vor. Selbst wenn sich dies zweifelsfrei nachweisen lässt, wird ein Streitpunkt bleiben, ob und welche Mehrkosten der Lieferant übernimmt.

Immerhin: Auf alle anderen BVB würden die Bolzen-Probleme keinen Einfluss haben. Wo bereits gebaut wird, wie etwa in Allschwil, seien diese Probleme nicht aufgetreten. Wo noch gebaut wird, sind die Termine so programmiert, dass eine neue Lieferung angekommen sollte.