Fernbusse

Das Chaos soll ein Ende haben: Basel-Stadt plant ein neues Car-Terminal

An der Meret Oppenheim-Strasse herrscht Chaos.

An der Meret Oppenheim-Strasse herrscht Chaos.

Die Situation an den drei Bus-Terminals in Basel ist gefährlich. Nun plant der Kanton, ein neues Car-Terminal zu bauen, das kundenfreundlicher ist und mehr Platz bietet.

Dutzende grüne, weisse und blaue Cars. Zahlreiche Leute, die sich die Beine in den Bauch stehen. Alles wuselt chaotisch durcheinander. Keine Toiletten, kein Lift, der zur Bahnhofspasserelle führt. An der Meret Oppenheim-Strasse ist eines der drei Bus-Terminale in Basel. Die anderen befinden sich an der Schwarzwaldallee und an der Gartenstrasse. Überall herrscht Chaos.

Nun erweitert das Busunternehmen «Domo» noch sein Angebot. Der «Swiss Express» wird auch in Basel mehrmals täglich die reisefreudigen Mitfahrenden abholen, wie das «Regionaljournal» berichtet. An der Meret Oppenheim-Strasse und den anderen Standorten werden sich also neben Flixbussen, Settelen Reisecars, Eurolines und vielen weitere auch zahlreiche Cars von «Domo» tummeln. Es wird eng.

Kundenfreundliches Terminal

Doch das Chaos soll bald ein Ende haben: Nach einem Vorstoss von Peter Bochsler (FDP) und Konsorten möchte der Kanton ein eigenes Terminal für Fernbuslinien bauen. Der Vorstoss bemängelt: «Alle drei Standorte weisen eine ungenügende Infrastruktur auf, wobei die Schwarzwaldallee besonders kritisch und sogar gefährlich ist.» Dies erkennt auch der Kanton: Laut Nicole Stocker, Sprecherin des Bau- und Verkehrsdepartements, würden die drei Standorte zwar die minimalen Anforderungen erfüllen, dennoch müsse etwas geändert werden. Es soll ein «kundenfreundlicheres» Terminal her. Dieses soll mehr Halteplätze bieten, geeignete Warteräume und sanitäre Einrichtungen. Gleichzeitig sollen zehn bis zwölf Cars dort halten können, sagt Stocker. Auch sollen beim neuen Terminal gute Zufahrtsmöglichkeiten und ein besseres Infosystem die Reisenden unterstützen und ihnen eine möglichst angenehme Reise verschaffen.

Heute verkehren ab Basel bis zu 200 Fernbusse pro Tag. Die Zahlen sind steigend, wie auch Stocker bestätigt: «Der europäische Fernlinien- und Reisebusverkehr ist in den letzten Jahren stark gewachsen. Mit der zunehmenden Zahl an Verbindungen entwickelt sich der Fernbus zu einem weiteren Baustein im Angebot des öffentlichen Verkehrs.»

Die Car-Unternehmen an den einzelnen Standorten organisieren sich selbst, weshalb es bei An- und Abfahrten vermehrt zu Staus kommt. «Wer beim künftigen, vollwertigen Car-Terminal die Koordination übernehmen wird, ist noch offen.» Es könne jedoch sein, dass der Kanton oder ein privater Betreiber eingreifen wird, so Stocker. Wie das neue Car-Terminal aussehen wird, wo es sein wird und wie viel es kosten wird, ist noch unklar. Potentielle Standorte wurden in einer Studie des Bau- und Verkehrsdepartements und des Schweizerischen Nutzfahrzeugverbands bereits untersucht.

Man achtete darin besonders auf eine optimale Verknüpfung der Reisebusse mit dem öffentlichen Verkehr. Die Studie zeigt, dass es sehr schwer ist, in Basel einen Standort für ein solches Car-Terminal zu finden. Es sollen deshalb zunächst die bestehenden Terminals provisorisch verbessert werden. Erst in einem zweiten Schritt soll ein neues Car-Terminal erstellt werden. Dieses Jahr startet eine neue Studie, die die untersuchten Standorte noch einmal genauer untersucht. Im Fokus steht der Erbeergraben. Der Platz wäre optimal, wegen des vom Zoo geplanten neuen Parkhauses. Auch der nördliche Vorplatz des Badischen Bahnhofs ist eine Option.

Zudem plant das Bau- und Verkehrsdepartement, eine zweite Studie in Auftrag zu geben, in der weitere potenzielle Standorte in Betracht gezogen werden. In welchem zeitlichen Rahmen das neue Car-Terminal entstehen wird, ist ebenfalls noch unklar.

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Autor

Olivia Meier

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