Coronavirus

Das Comité hofft weiter: Gibt es doch noch eine Basler Fasnacht?

Die Planung für die Basler Fasnacht läuft weiter.

Die Planung für die Basler Fasnacht läuft weiter.

Die Planung der Basler Fasnacht 2021 wird trotz der Corona-Pandemie fortgesetzt.

Wie einem Schreiben an die Obleute zu entnehmen ist, wolle man «sich weitere Optionen offenhalten». Einstimmig habe das Fasnachts-Comité entschieden, die Planung für eine Fasnacht im kommenden Jahr fortzusetzen. Aber wieso hält das Comité so sehr an dieser Idee fest – trotz der verschärften epidemiologischen Lage in Basel?

«Wir wollen damit ein Zeichen setzen», sagt Comité-Obfrau Pia Inderbitzin gegenüber dieser Zeitung. Dabei denke sie in erster Linie an die «angefressenen» Fasnächtler und die Jungen, die so während drei Tagen ihrer Leidenschaft nachgehen können. Auf den Kern dieser Leidenschaft, der Cortège, die Kinderfasnacht oder auch das Musizieren in der Basler Innenstadt, muss aber im kommenden Jahr verzichtet werden.

Wie auch die traditionellen Guggenkonzerte, Chaisen und motorisierten Waggiswägen seien all diese fasnächtlichen Aktivitäten nicht mit der geltenden Covid-19-Verordnung vereinbar. Einen konkreten Plan oder auch Schutzkonzepte gibt es bislang nicht. Inderbitzin: «Aktuell geht der Trend in Richtung Quartierfasnacht. So könnten grosse Menschenansammlungen besser vermieden werden als in der Innenstadt.» Dafür sei das Comité im engen Kontakt mit den Behörden. Das Comité befindet sich nun in einer Position, in der es eine komplette Fasnacht organisieren und koordinieren muss.

Die Rolle des Comités hat sich gewandelt

Aus diesem Grund stellt ihm der Kanton Basel-Stadt 50'000 Franken zur Verfügung – für eine externe Unterstützung. Bei einigen Aussenstehenden kam Unverständnis auf. So rüttelte die Meldung auch den Larvenmacher Hans Ledermann auf. «Wieso bekommt genau das Comité jetzt Geld? Wir, meist alleinschaffende Fasnachtskünstler, werden von niemandem unterstützt», nervte er sich gegenüber dieser Zeitung. Heute tönt es schon wieder versöhnlicher: «Frau Inderbitzin und ich haben rund 40 Minuten miteinander telefoniert und über den Ärger und die Hintergründe gesprochen», so Ledermann. Nun könne er auch verstehen, wofür das Comité das Geld benötigt. «Uns wurde im Gespräch viel Verständnis entgegengebracht», sagt Pia Inderbitzin, «die Anliegen und Sorgen der Künstler nehmen wir erst. Aber die Verantwortung für ihre finanzielle Lage liegt nicht in unserer Hand.»

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