Expo Milano

Das Eisen im Spinat wurde in Basel entdeckt

Unter dem Motto «Spirito di Basilea» lernen die Besucher der Weltausstellung im Schweizer Pavillon, was in Basel erfunden wurde und heute noch weltweit eine grosse Bedeutung hat.

Vier Türme ragen in den blauen Himmel. Sie sind grau. Der einzige Farbfleck beim einen: rote Apfelringli-Schachteln. Eine Brücke auf Holzpfeilern führt zum Silo. Es sieht gut aus für den Schweizer Pavillon: Lange dauert es nicht mehr, bis er fertig auf dem Expo-Gelände in Mailand steht. Im Gegensatz zu anderen – von den 145 Ausstellern werden sicher fünf bis zur Eröffnung am 1. Mai nicht komplett stehen.

Speziell für Basel: Die Stadt bekommt einen grossen Auftritt. In zwei Ausstellungen in den Sockeln der Silotürme werden Ereignisse und Innovationen, die hier ihren Anfang genommen haben, gezeigt. Die Themen haben die Welt verändert oder tun es noch, erklärt Sabine Horvath, Basels Leiterin für Aussenbeziehungen und Standortmarketing.

Im ersten Raum geht es um die Forschung. In der Mitte steht ein langer Tisch, gedeckt mit Teller und Becher. In der Mitte sind die Konturen der Comicfigur Popeye installiert. Es geht um Nahrungsmittel am Beispiel von Spinat. Denn die erste dokumentierte Nahrungsmittel-Analyse wurde in Basel von Gustav von Bunge durchgeführt (Details siehe Boxen). Muskelkraft dank Eisen und Vitamine fürs Leben.

Nietzsche als Büste auf Büchern

Ein zweiter Raum widmet sich der Wirtschaft. Die Syngenta beleuchtet die Herausforderung der Ernährungsgeschichte für eine stark wachsende Weltbevölkerung. Zwei Säulen gefüllt mit Mais und Soja zeigen die Auswirkungen auf die Nahrungskette. Im Jahr 2020 muss ein Hektar Land mehr als fünf Menschen ernähren, 1960 waren es zwei. In den Räumen drei und vier geht es um Geistesleben und Kunst. Friedrich Nietzsches Bücher sind als Turm aufgestapelt, obendrauf thront seine Büste. Der weltberühmte Philosoph hat viele seiner Schriften in Basel verfasst. Und zu guter Letzt stehen im vierten Raum Architektur und Design im Mittelpunkt. Eine farbige Sitzreihe trennt den schmalen Flur in zwei Teile. Es handelt sich um den bekannten Stuhl des dänischen Architekten und Designers Verner Panton.

Spielraum auf engem Raum

Für die räumliche Komposition der Basler Ausstellung ist Dieter Thiel verantwortlich, der in Basel Ausstellungen in der Fondation Beyeler oder dem Vitra-Design-Museum gestaltet. Er habe darauf geachtet, dass jeweils in der Raummitte ein Objekt steht. An den Wänden informieren Lichtkästen und gedruckte Texte zu den Themen. «Die Räume sind sehr eng. So konnte ich Licht hineinbringen.» Die Herausforderung der Ausstellung war, vorgegebene Themen zu installieren. «Normalerweise stelle ich Produkte aus. Hier hatte ich zur Umsetzung mehr Spielraum.» Man müsse spielen mit den Themen: «Den Pavillon besuchen keine Wissenschafter. Es werden ernste Inhalte behandelt, aber man darf sie nicht streng präsentieren.»

Das Zielpublikum für Sabine Horvath kommt aus Norditalien. Mit Basels Präsenz an der Expo möchte sie das Bewusstsein bei den Besuchern stärken, dass es die Stadt am Rhein gibt. «Viele kennen Basel, aber etwas zur Stadt erzählen können sie nicht», sagt sie. «Basel ist eine Kulturmetropole, ein Forschungsstandort und ein Architekturmekka. Basel hat Entdeckungspotenzial.»

Spirito di Basilea 1. Mai bis 12. Juni,
Programm auf www.basel.ch/milano2015.

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