Sie gehörten zur festen Tradition der Muba: die Kälber, Ziegen und Schweine auf dem Messeplatz. Sie waren die Lieblinge der Kinder, die sie ausgiebig streichelten, ob die Tiere wollten oder nicht. Diesen Hauch Landwirtschaft hat die Muba-Leitung nun gestrichen. Für Daniel Nussbaumer passt das Angebot nicht in sein Konzept einer urbanen Messe. «Was nicht heisst, dass die Landwirtschaft als Thema verschwunden ist», so der Muba-Chef. Sie findet sich im Genussbereich, in dem stark auf regionale Produkte gesetzt wird. Man kann die Tiere zwar nicht mehr streicheln, aber immerhin noch essen.

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Das war die Eröffnung der Muba 2018

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Viele Bewilligungen nötig

Das führt zum zweiten Grund, weshalb viele Dutzend Kinderaugen vergebens nach den herzigen Tierlein Ausschau halten werden. Zumindest in der Version Nussbaumer. Fleisch von Schweinen, die an Messen gehalten werden, würden nicht mehr für den menschlichen Verzehr freigegeben. Falsch, sagt der Basler Kantonstierarzt Michel Laszlo. Sofern die Tiere gesund sind und in eine bewilligten Schlachtanlage unter Aufsicht eines amtlichen Fleischkontrolleurs gemetzget werden, sei das kein Problem. Damit Tiere ausgestellt werden dürfen, bedürfe es zudem einer tierseuchenpolizeilichen Bewilligung. Und die Tierschutzvorgaben unter anderem bezüglich Flächenbedarf seien einzuhalten. Auch das sei bewilligungspflichtig.

Dennoch hat der Schweizer Tierschutz (STS), der 2016 die Haltung von Nutztieren an Olma und Bea untersuchte, zahlreiche Verstösse gegen die Mindestanforderungen der Tierschutzverordnung festgestellt. Bevor auch die Muba allenfalls vom STS Besuch erhält, hat die Messeleitung gehandelt. Auf dem Messeplatz werden nun Autos feilgeboten. Ein kleines Open-Air-Bistro lädt zum Verweilen. Attraktiv ist das nicht. Die Stimmung ist nüchtern. Irgendwie urban, halt.