Imagewechsel

Das Ende fürs Basler Gläbbergässli? Unternehmen Mitte bittet Frau Fasnacht herein

Kenneth Nars

Das Unternehmen Mitte reagierte bereits und nannte die Grünpfahlgasse in Toleranzgässli um, in Anlehnung an deren Übernahmen Gläbbergässli.

Kenneth Nars

In den vergangenen Jahren kam das Unternehmen Mitte zur Fasnachtszeit vor allem im Zusammenhang mit dem «Gläbbergässli» in die Schlagzeilen. Das soll sich nun ändern: Das Lokal möchte Raum schaffen für Guggen und Cliquen.

Anfeindungen, Pöbeleien, Schlägereien. Die Grünpfahlgasse verkam in den vergangenen Jahren zur Gefahrenzone für aktive Fasnächtler. Dies soll sich nun ändern, wie das Fasnachts-Comité kürzlich in einer Information an die Fasnächtler verkündet hat. Man habe gemeinsam mit dem Unternehmen Mitte nach Lösungen gesucht, um die Situation zu verbessern, heisst es. Das Comité reichte zusätzlich ein Schreiben des Unternehmens weiter. Dort will man zum zwanzigsten Betriebsjubiläum etwas ändern.

Bis anhin sei man während der Fasnacht unter anderem «öffentliches Klo, Aufwärmstation, Erholungsort und manchmal auch Teenie-Ausgangsort» gewesen. Nun ist ein Image-Wechsel angesagt: «Aufenthaltsort für Menschen, welche die Fasnacht nicht respektieren, möchten wir nicht mehr sein», steht in dem Schreiben. Man wolle künftig ein Teil der Fasnacht sein, kein Satellit einer Anti-Fasnachts-Szene. «Das wollten wir noch nie», fügen die Gastrobetreiber an.

Künftig soll im Unternehmen Mitte während der Fasnacht an den Abenden ein grosser Teil der Halle bestuhlt bleiben. Ebenfalls will man Raum schaffen für Guggen und Schnitzelbänkler. Das Unternehmen wolle zu dieser Zeit «einfaches, gutes Essen anbieten».

Dem «Gläbbergässli» den Garaus machen

Die Betreiber wenden sich im letzten Teil des Briefes an die Cliquen. Sie wünschen sich, dass sie die «Mitte» vermehrt als Pausenort nutzen und den einen oder anderen Abend dort verbringen. Die Grünpfahlgasse, mittlerweile «Gläbbergässli» genannt, wurde in den letzten Jahren von vielen Fasnächtlern gemieden. Dies, obwohl sie als eine der Hauptrouten zum Rümelins-Platz und damit ins Herz der Altstadt-Szene führt.

Die Gasse wurde zunehmend von Zaungästen bevölkert, die am Rande der Fasnacht Party machen wollten und oftmals zuvor in der «Mitte» gefeiert hatten. Die grosse Menschendichte wurde problematisch, für die grossen Stammvereine und besonders für kleine Gruppierungen, die sich in der «Druggede» kaum behaupten können.

Im Jahr 2017 kam es gar zu Ausschreitungen und Schlägereien zwischen Fasnächtlern und Nicht-Fasnächtlern. Tambouren, die sich trotzdem ins «Gläbbergässli» wagten, sprachen damals gegenüber der bz von Anfeindungen und Rempeleien durch die weitgehend jugendlichen Zuschauer. Sie hätten keinen Abstand gehalten und die marschierenden Züge einfach durchschritten.

Nach diesen Vorfällen erhöhte die Basler Polizei im vergangenen Jahr die Präsenz in der Grünpfahlgasse und wirkte präventiv. Weitere Schlägereien haben so vermieden werden können, wie Polizeisprecher Toprak Yerguz im Rahmen der Fasnachtsbilanz im vergangenen Februar zur bz sagte.

Autor

Alice Guldimann

Alice Guldimann

Meistgesehen

Artboard 1