Der Erfolg des FCB ist einzigartig. Wie hat der FCB das bloss geschafft? Ich meine jetzt nicht die Taktik von Murat Yakin, den Antritt von Momo Salah oder den Kampfgeist von Streller am Donnerstag. Ich meine ganz generell: Wie hat das der FCB gemacht in den letzten Jahren, und was können wir in Basel vom FCB lernen? Wie kommt es, dass dem FCB gelingt, woran viele andere scheitern? Gibt es Dinge, die andere, vom Theater bis zum Kanton Basel-Stadt, vom FCB abschauen können? Ich glaube, der Erfolg des FCB basiert auf fünf Punkten, die sich eigentlich jede Institution, jeder Mensch, in die Agenda schreiben könnte.

1) Ziele (und der Glaube): Der FCB glaubt daran. An sich und an seine Ziele. Daraus können wir vor allem eines lernen: wie wichtig es ist, dass vom Stürmer bis zum Platzwart alle dasselbe Ziel vor Augen haben. Nun ist es sicher einfacher, sich in einem Fussballclub auf ein Saisonziel zu einigen als in einem Theater, einem Kanton oder in einer Zeitung. Wer Erfolg haben will, muss sich aber Ziele vornehmen, an die er glauben kann. An die alle glauben können. Der FCB machts vor.

2) Hartnäckigkeit lohnt sich (meistens): Dranbleiben, ist die Devise. Das gilt für ein Spiel bis zur letzten Minute, und es gilt für die Saison bis zum letzten Spiel. Was auf dem Fussballfeld (nicht ganz zufällig) die Grossen vormachen, das hilft auch im Alltag, beim Lernen für die Schule etwa. Anfangen ist einfach. Aufs Dranbleiben kommt es an. Der FCB machts vor.

3) Menschen (und Mittel): Auf die Menschen kam und kommt es an. Gerade beim FCB. Und zwar nicht nur auf die Fussballer rund um Murat Yakin, die das Runde ins Eckige spedieren, sondern auch auf die Menschen, die den Erfolg langfristig ermöglicht haben. Ohne die grosszügige Unterstützung von Gigi Oeri hätte der Club nicht durchstarten können. Ohne die intelligente und umsichtige Führung durch Bernhard Heusler wäre er nicht in der Luft geblieben. Erfolg per se gibt es nicht. Es gibt nur Erfolg dank Menschen.

4) Zupacken (nicht nur träumen): Der Weg zur Hölle ist bekanntlich mit guten Vorsätzen gepflastert. Von Zielen träumen, ist das eine. Sie konkret ansteuern, etwas anderes. Der FCB macht uns vor, dass man auch unbescheidene Träume anpacken darf. Und soll. Wer Träume mit beiden Händen anpackt, dem steht der Himmel offen. Man muss es nur tun.

5) Grosse Gefühle: Am Donnerstag im Stadion ging es nicht mehr um Argumente. Auf dem Rasen ging es nur noch um den Kampf – und bei uns auf den Rängen ging es nur noch um Gefühle. Auch darauf kommt es an. Erfolgreich kann nur sein, wer die Menschen auch bei ihren Gefühlen packen kann. Gerade das fällt Politik und Staat (und manchmal auch der Kultur) oft schwer. Der FCB macht das grandios: Er geht ans Herz. Mit entsprechenden Folgen für Puls und Blutdruck – und entsprechendem Wohlgefühl danach. Vielleicht muss sich das unsere manchmal etwas gar spröde, reformierte Stadt merken: Sie sollte öfter nicht nur das Hirn, sondern auch das Herz ihrer Bürger erobern.