Digitalisierung und Datenaustausch werden immer wichtiger. Die Datenmengen steigen noch und noch. Und gleichzeitig spielt die Geschwindigkeit, mit denen diese übermittelt werden, eine entscheidende Rolle. Ende 2017 wurde ein wichtiges Ziel erreicht, verkündeten die Industriellen Werke Basel (IWB) gestern an einer Medienkonferenz voller Stolz: 95 Prozent aller Basler Haushalte haben heute einen Glasfaseranschluss im Haus.

Zuständig dafür war die IWB Net AG, eine hundertprozentige Tochter des Basler Energieversorgers, die diesen Ausbau zusammen mit Swisscom vorgenommen hat. Die Investition liess sich die Swisscom 104 Millionen Franken kosten, die IWB trug 70 Millionen bei. In diesem Betrag ist ein Darlehen des Kantons in der Höhe von 22 Millionen Franken eingeschlossen. Politisch abgesegnet wurde der Ausbau vom Grossen Rat im Februar 2011. Kosten und Termine seien eingehalten worden, sagte IWB-Geschäftsleitungsmitglied Peter Baumstark.

IWB und Swisscom haben im Rahmen einer Baukooperation gleichzeitig, jedoch in unterschiedlichen Gebieten das Netz gebaut. Parallele Glasfasernetze existierten davor weder in den Gebäuden noch in den Strassen, wurde an der Medienkonferenz betont. Das Glasfasernetz bietet die IWB Net AG professionellen Internet-Anbietern zu gleichen Konditionen an. Diese Konkurrenten heissen zur Zeit Solnet, Sunrise, Init7, Yplay, Colt, Vtx und IWB, die selbst als Anbieter auftritt. Dieses Geschäftsmodell entspreche dem vom Bundesamt für Kommunikation vorgeschlagenen Empfehlungen.

Zwei Glasfasern, je eine der IWB Net AG und eine der Swisscom, verlaufen durchgehend von jeder Glasfasersteckdose bis in die Anschlusszentrale. Insgesamt versorgen die Internetanbieter heute schon einige tausend Endkunden mit Diensten wie Telefonie, Fernsehen, Internetzugang oder Standortvernetzung. Sowohl IWB als auch Swisscom hatten in Basel aus früherer Bautätigkeit Leerrohre verlegt, die für den Bau des Glasfasernetzes zur Verfügung standen. Das Verlegen der Glasfaserleitungen erforderte überwiegend nur punktuelle, relativ kleine Öffnungen an den Zugangsstellen zu den vorhandenen Leerrohren, was die Bautätigkeit stark einschränkte.

Um die Abdeckung weiter zu verbessern, werden die IWB bis Anfang 2020 zusätzliche 13 Millionen in den Bau des Netzes investieren. Das ist mehr als vorgesehen. Zum einen gibt es heute mehr Wohnungen und Gebäude als vor sieben Jahren, und zum andern ist die Nachfrage nach Glasfaseranschlüssen grösser als erwartet. Neue Anwendungen wie Streaming, Ultra HDTV und HD Voice werden populär und vervielfachen den Datendurchsatz.

«Diese Investition hat eher volkswirtschaftlichen Charakter», sagt Baumstark. Die IWB Net AG sei eine Firma, die lediglich zur Abrechnung von Kosten und Leistungen gegründet wurde.