1984 wurde das elsässische Freilichtmuseum Écomusée mit damals 20 historischen Häusern eröffnet, heute sind es über 70. Derzeit feiert das Museum, das einen Einblick in die Geschichte des ländlichen Elsass bietet, sein dreissigjähriges Bestehen.

Der ganze Juli ist der Töpferei gewidmet. Anfang Juli wird ein neues Haus eingeweiht, das das Thema Wohnen in der Zukunft thematisiert und vom 12. bis 14. Juli gibt es anlässlich des französischen Nationalfeiertags ein Dorffest. An den vier Augustwochenenden sind zum Einbruch der Dunkelheit Lichtspiele zu beobachten und vom 15. bis 17. August wird mit dem Mähen von alten Getreidesorten das Erntedankfest gefeiert.

Folklorewochenende im August

Am Wochenende des 23. und 24. August bevölkern Musiker anlässlich des Folkloresommers das Dorf. Ab Mitte September geht es um die Weinlese.

150 ehrenamtliche und 40 vollamtlich angestellte Personen arbeiten im Freilichtmuseum. Täglich finden Animationen zu Themen wie Störche, die Biene und der Bienenstock, die Schweinefütterung, Tierfuhrwerke, Melken und die Milchverarbeitung statt. Ausserdem kann man Handwerkern wie einem Wagner oder einem Schmied bei der Arbeit zusehen. Ein Ölbauer zeigt mit einer Ölmühle die alte Methode der Ölherstellung, mit einem Traktor kann man durch die Felder fahren. Und auch Karussell, Sammlerstücke aus den fünfziger Jahren, laden zu einer Fahrt ein. Ausserdem gibt es mehrere Ausstellungen und Themenparcours wie «Alte Mechanik» mit Landmaschinen, Traktoren und Autos oder einen Naturlehrpfad. Eine Ausstellung ist dem Alltag einer elsässischen Bauernfamilie während des Ersten Weltkriegs gewidmet.

Der kleine Prinz soll es richten

Entstanden war das Écomusée ursprünglich durch das Engagement einiger junger Leute, die sich seit dem Beginn der siebziger Jahre im Sundgau für die Rettung architektonisch wertvoller Fachwerkhäuser einsetzten. Eine zentrale Rolle spielte dabei der Gründer und langjährige Direktor des Écomusée, Marc Grodwohl. Das Freilichtmuseum befindet sich nördlich von Mulhouse im ehemaligen Kalibecken. Grodwohl hatte das Écomusée auch um eine ehemalige, benachbarte Mine erweitert.

Sinkende Eintrittszahlen und finanzielle Schwierigkeiten führten 2006 zum Bruch zwischen den elsässischen Gebietskörperschaften und Grodwohl, der sich zurückzog. Bitter muss für ihn gewesen sein, dass diese, statt das Écomusée finanziell stärker zu unterstützen, in einen benachbarten Freizeitpark zum Thema Leben und Umwelt namens Bioscope investierten, der sich als Flop erwies. Im September 2012 wurde er in der siebten Saison mit einem Defizit von 28 Millionen Euro geschlossen.

Anfang Juli wird auf dem gleichen Gelände ein Park zum Thema «Der kleine Prinz» eröffnet – das populäre Märchen von Antoine de Saint-Exupéry.

Écomusée, Ungersheim, täglich geöffnet von 10 bis 19 Uhr, ab September 10 bis 18 Uhr. www.ecomusee-alsace.fr