Aus Basel ist das bekannt. Aber während man von Konflikten mit den muslimischen Badegästen aus dem Elsass im «Fraueli» des Gartenbads Eglisee schon lange nichts mehr gehört hat, ist der Verein «Freunde des Lorettobades» am Rand. Grund sind die andauernden Schwierigkeiten mit den Muslima, die mangels Alternativen in Frankreich das Freiburger Damenbad des Lorettobades besuchen.

Die Liste der Vorwürfe ist lang: Sie hielten sich nicht an die Spielregeln, gingen in voller Kleidung schwimmen, grillten und kochten und brächten viele Kinder mit, ohne Auskunft zu geben, wie alt diese seien. Zudem hätten sie zunehmend die Auffassung vertreten, das Damenbad sei ihr Bad. «Wir akzeptieren noch weniger, dass dieser Anspruch mit körperlichen Attacken, Beleidigungen oder Verleumdungen des Aufsichtspersonals verfolgt wird», schreibt der Verein. Er wurde vor 20 Jahren gegründet, um das heute 175 Jahre alte Bad, das in der Existenz bedroht war, zu retten.

Es gab auch Polizeieinsätze

Weil sich die Situation mit den Gästen aus dem Elsass nicht verbesserte und es auch zu Polizeieinsätzen kam, wussten die «Freunde des Lorettobades» sich nur noch mit einem Hilferuf an die Saudis zu helfen. «Da der Bedarf für ein separates Damenbad bei den zahlreichen aus dem Elsass anreisenden muslimischen Frauen sehr gross ist, hat der Förderverein in einem Schreiben an die Botschaft des Königreichs Saudi-Arabien angeregt, dass dieses Land Geld zum Bau eines Damenbades im Elsass zur Verfügung stellt», so die Medienmitteilung.

Antwort gab es bisher noch keine. An mangelnder Publizität kann es nicht liegen, denn die Geschichte wurde in allen grossen deutschen Medien aufgegriffen.
Für das «Fraueli» ist der originelle deutsche Ansatz kein Thema, denn die Lage hat sich beruhigt. Schon zur letzten Saison hat das Sportamt neue Regeln für das «Fraueli» erlassen. Das Baden im weiten Burkini ist ebenso untersagt wie der Aufenthalt und das Baden in Strassenkleidern. Die Frauen dürfen keine Kinder mehr mitbringen, sondern nur noch Säuglinge.

Probleme mit den muslimischen Besucherinnen gebe es keine mehr: «Wir können feststellen, dass die Regeln allgemein bekannt sind und akzeptiert werden», teilt Rolf Moser mit, unter anderem Leiter Bäder im Basler Erziehungsdepartement, Abteilung Sport. Es gebe hie und da noch die Situation, dass einzelne Personen oder Gruppen wegen der neuen Regel das Bad nicht besuchen.

«Aber innerhalb des Bades verläuft der Betrieb reibungslos.» Der Anteil der Muslima im Eglisee hat sich mit den neuen Regelungen nicht verändert. Ausserdem seien mehr als 90 Prozent der Badmeister Frauen. Kontrollen von Protectas seien nicht mehr nötig, so Moser.

Es mangelt an Personal

Die Freiburger dürften diese Aussagen voller Neid zur Kenntnis nehmen. Im Lorettobad entzündete sich der Konflikt auch daran, dass es im Damenbad ebenfalls männliches Aufsichtspersonal gibt. Dies sei schon immer so gewesen und nur Anfang Jahr noch einmal ausdrücklich aufgeführt worden.

Hintergrund ist, dass es deutschlandweit an Personal mangelt. Eine Petition, die sich dafür einsetzte, das männliche Aufsichtspersonal im Damenbad abzuschaffen, kam nicht zustande, weil sie zu wenig Personen unterzeichneten.