Hunderttausend? Eine Million? Wie viele E-Mails mit der Betreff-Zeile "RDS-Wartungsarbeiten: Dienstag 30.10.18, 18-23 Uhr" gestern Nachmittag an die Angestellten und Studenten der Uni Basel verschickt wurden, ist unklar. Sicher ist: Es ist etwas mächtig schief gelaufen bei der kryptischen Ankündigung ebendieser Wartungsmassnahmen. 

Studenten schildern gegenüber der bz, dass durch immer weiteres An-Alle-Beantworten ein nicht enden wollender E-Mail-Verkehr entstanden sei. "Gefühlt 100x ist die Antwort an alle Studentinnen und Professoren geschickt worden und innert 10 Minuten sind alle Postfächer übergequillt", schreibt Studentin Jo Vergeat auf Twitter. Und Jan Kirchmayr fügt an, dass es unter den Antworten "einige interessante Perlen" gehabt habe. 

Lauter unfreiwillige Empfänger

Die bz hat Einblick in einen Teil des E-Mail-Verkehrs; und dieser bietet tatsächlich einiges an Schmunzel-Potenzial. So schrieb eine unfreiwillige Empfängerin zurück, dass sie mit Begriffen wie "RDS Farm" nichts anfangen könne und dass es gut wäre, wenn solche Info-Mails in Zukunft "etwas verständlicher formuliert werden könnten." Abgeschickt wurde die Mail an: Alle.

Wenige Minuten später erhalten alle Studenten und Uni-Mitarbeiter das nächste Mail – von einem Herr, der sich dem Votum der Vorschreiberin anschliesst und ebenfalls um eine konkretere Information bittet.

Entwarnung: Vertrauliches war nicht ersichtlich

So ging das weiter, bis eine weitere Mitarbeiterin schreibt: "Bitte Antworten nur an den Absender und nicht an alle. Danke." Geschrieben hat sie dies: An alle.  

Update: Universitätssprecher Matthias Geering bestätigt den E-Mail-Zwischenfall und gibt zumindest soweit Entwarnung, dass weder vertrauliche Informationen noch alle E-Mail-Adressen sichtbar gewesen seien. Allerdings sei die Mail an eine falsche Liste mit gegen 20'000 E-Mail-Adressen geschickt worden, die zudem "nicht ausreichend eingeschränkt war"; sodass auch allfällige Antworten an alle Empfänger gelangten. Dies sei jedoch nach kurzer Zeit angepasst worden, womit die Mail-Flut schnell abgeebbt sei.