So mancher wird die Gelegenheit nutzen, das neue, bronzen schillernde Gebäude mit einer Fläche von immerhin 4650 Quadratmetern von innen zu entdecken. Die Oberfläche erinnert an die rostige Aussenhaut des Kulturzentrums «La Coupole» und stammt von der gleichen Pariser Architektin, Manuelle Gautrand.

An einem würdigen Ort

So wird die 33. Ausgabe der Buchmesse, die stets mit enorm viel Engagement, Liebe und Energie von der Stadt vorbereitet wird, endlich auch an einem ihr würdigen Ort stattfinden. Mehr als 200 Autoren werden erwartet, die an den Ständen ihrer Verlage ihre Bücher signieren, wo sie in der Regel aber auch für ein Gespräch zu haben sind und ausserdem oft an einer von rund 50 Veranstaltungen teilnehmen. Des Weiteren gibt es um die 50 Stände von Vereinen, Antiquaren und Geschichtsvereinen – selbst ein Kalligraf wird am Sonntag präsent sein.

Die Foire du Livre hat jedes Jahr einen in der Regel renommierten Präsidenten oder eine Präsidentin. Diesmal ist es die in Frankreich sehr bekannte Journalistin und Biografin Laure Adler, die in Radio und Fernsehen mehrere literarische Sendungen animiert hat. 1989 arbeitete sie als Kulturberaterin des sozialistischen Präsidenten François Mitterrand und hat diese Erfahrung in einem Buch verarbeitet. Am Samstagnachmittag wird es um 14 Uhr im Espace des Mots eine Veranstaltung mit ihr geben.

Ebenfalls jedes Jahr gibt hat die Büchermesse ein Thema. Es lautet diesmal «Reise und Reisen», und wie immer wurden dazu auch speziell Autoren eingeladen. Einen von mehreren literarischen Preisen, die auf der Messe vergeben werden, erhielt der Reise-Journalist, Autor und Kriegsreporter Olivier Weber. Ausserdem wurde mit Rom eine europäische Stadt eingeladen.

Unter den fünf Autoren, die sich auf unterschiedlichste Art und Weise der Stadt gewidmet haben, kommt mit Simona Sparaco eine Schriftstellerin, die mit ihrem Roman über das Paar Luce und Pietro und ihr krankes Baby mit 200'000 verkauften Exemplaren in Italien einen Überraschungserfolg zu verzeichnen hatte, der sich als Finalist für den bedeutenden Literaturpreis Strega qualifizierte. Sie ist am Samstagmittag um 12 Uhr im Rendez-Vous des Ecrivains anzutreffen.

Ungeliebte Franzosen

Interessant dürfte der Auftritt von Marie Maurisse werden. Sie stammt aus Toulouse, ist Journalistin und arbeitet seit 2008 als Schweiz-Korrepondentin für «Le Monde» und danach für «Le Figaro». Sie schildert in ihrem Buch «Bienvenue au paradis! », wie die Franzosen in einigen Kantonen als Einwanderer den Hass der Schweizer auf sich ziehen, und äussert sich am Sonntag um 11.45 Uhr im Treffpunkt Rendez-vous des Ecrivains.

Die Foire du Livre ist mehr ein Buchfest ohne Berührungsängste als die im deutschen Sprachraum eher akademischen Buchmessen mit ihren Lesungen. Dazu passt auch, dass der Eintritt gratis ist. Ohne jegliche Französischkenntnisse allerdings dürfte der Besuch eher ein Reinfall werden. Die meisten Autoren schreiben auf Französisch und sind auch nur im französischen Sprachraum bekannt.

Einige der Namen, die die Foire selbst in ihrem Mediendossier in den Vordergrund rückt: Rachel Khan, Pierre Santini, Emmanuelle Boidron, Max Genève, Vincent Ravalec, Isabelle Desesquelles oder die Preisträgerin des Prix Printemps du Roman 2016, Anne Plantagenet.

Wer sich für Kunst interessiert, dem sei der kleine Abstecher in das schöne Museum Fondation Fernet-Branca empfohlen. Dort stellen über 20 Kunstverlage ihre Produkte aus – zwischen Buchmesse und der Fondation gibt einen Gratis Pendelverkehr.

Foire du Livre, «Forum», Place Gissy Saint-Louis (in der Nähe des Marktes). 22. bis 24. April, Freitag 14 bis 20.30 Uhr, Samstag 10 bis 19 Uhr, Sonntag 10 bis 18 Uhr.

Bus 604 von der Schifflände aus, aber auch in guter Velodistanz.

www.foirelivre.com