Naturhistorisches Museum
Das grosse Staunen der kleinen Forscher: «Mami lueg do sin Affe»

Der Familiensonntag im Naturhistorischen Museum zog kleine Forscher, Köche und Kapitäne an. Überall wurde gebastelt, gelacht und an den Ärmeln der Eltern gezogen.

Olivia Meier
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Familientag Naturhistorisches Museum Basel
14 Bilder
Unter dem Motto «Expedition Meer» konnten die Kinder an verschiedenen Posten experimente durchführen und basteln.
Zum Beispiel konnten sie ihre eigenes Tiefseemonster kreieren ...
... darunter gab es einige ganz gfürchige Exemplare.
Nein, das sind keine Affen, klärt die Mutter ihre Tochter über die Neandertaler auf.
Das grosse Mammut war sehr beliebt, zahlreiche Kinder streichelten ihm heimlich über die Beine.
Auch der Höhlenbär wurde bestaunt...
...genau so wie die gruseligen Dinos...
...und die Schädel zur «Evolution des Menschen»
Mami und Papi mussten bereit sein für viele Fragen...
...und lieferten auch Antworten.
... Familientag im Naturhistorischen Mueseum Basel. Bestaunen des Modells zu Krustenplatten und Plattengrenzen
... Familientag im Naturhistorischen Mueseum Basel. Schauplatz Natur
Nach einem langen Tag waren die Kleinen ganz erschöpft.

Familientag Naturhistorisches Museum Basel

Kenneth Nars

Am liebsten würden sie reinstürmen, die Kinder, aber halt: «Was wärst du am liebsten, Forscher, Koch oder Kapitän?» Nachdem diese Frage beantwortet ist, kann die «Expedition Meer» losgehen. Jedes Kind schnappt sich eine Karte und stürmt los. Die Eltern schnell hinterher, das wäre noch das Beste, wenn der Schützling am Familiensonntag im Naturhistorischen Museum verloren ginge. Zu allererst gilt es, die Arbeitskleidung anzuziehen - beziehungsweise diese zu basteln. In einem grossen Saal sitzen die Kinder an Festbänken und schnippeln an ihrem Kochhut, bemalen ihr Forscher-Käppi oder perfektionieren ihre Kapitänsmütze mit einem grossen, glänzenden Emblem.

Gruselige Tiefseemonster

Stolz die Mütze aufgesetzt, geht es zum nächsten Posten: Eine Strandtasche basteln. «Das ist ein Gegenstand, den die Kinder vom Familiensonntag mitnehmen. Sie stecken alles rein, was sie gebastelt und gelernt haben», sagt Museumssprecherin Yvonne Barmettler, die wir beim Tiefseemonster antreffen. Hier ist es ruhiger als im restlichen Teil des Museums. Es wird getuschelt und gelacht, die meisten Kinder sitzen aber auf dem Schoss von Papi oder Mami und nähen an ihrem Monster. Hier ein drittes Auge, da ein paar angsteinflössende Reisszähne.
Für das Naturhistorische Museum ist der Familiensonntag nach der Museumsnacht der grösste Anlass des Jahres. «Es gibt Familien, die jedes Jahr kommen. Die Eltern sind sehr dankbar, dass ihre Kinder hier etwas Sinnvolles lernen und auch beschäftigt sind», so Barmettler.

Wen spricht dieser Aktionstag besonders an? Vor allem solche im Kindergarten- und Primarschulalter. Das wissen die Mitarbeitenden. Überall nehmen sie sich viel Zeit und erklären, wieso, weshalb, warum. Zum Beispiel beim Posten «Wasserexperimente». Auf ganz einfache Art und Weise lernt man hier, wieso Schiffe überhaupt schwimmen. Mithilfe von Knete und kleinen Schüsseln voller Wasser. Die Kinder verstehen schnell, rennen zu den Eltern und teilen das Gelernte.

Danach ziehen sie sie weiter in den nächsten Raum. «Mami lueg do sin Affe.» Das sind keine Affen, das sind Neandertaler, klärt die Mutter ihre 6-jährige Tochter auf. Diese bleibt gebannt vor den Vitrinen mit den Schädeln stehen. Dann dreht sie sich zur Seite, sucht ihre Mutter und erschrickt. «Wow, dieser Dino ist aber gfürchig», sagt sie. Als sie sich erholt hat, rennt sie unter dem grossen Mammut, dem heimlichen Star im Museum, durch, streichelt ihm kurz übers Bein und hat endlich ihre Mutter wieder gefunden.

Tote Giraffen

Auch die anderen Kinder staunen über die Dinosaurier - und andere Riesen. Bei einem Posten messen sie mit Schritten, wie gross so ein Zwergwal ist. Nach den fünfzehn bis zwanzig Schritten sind sie ganz ausser Atem.
Ein guter Zeitpunkt, um in einen ruhigeren Raum zu gehen, wo man sich vom ereignisreichen Tag erholen kann. Zum Beispiel in die Ausstellung «The Wildlife Photographer of the Year». Ein kleiner Junge steht vor einem Bild und sieht sich das Foto an, das just in dem Moment aufgenommen wurde, als zwei Löwen eine Giraffe reissen. «Mami, isch die Giraff tot?» Die Mutter zieht den Jungen zu einem anderen Bild, auf dem eine Bärenmutter ihr Junges putzt. «Jö!». Schnell ist die Frage vergessen und mit den anderen Kindern wird weiter gebastelt und gelacht.