Am weitesten geht Elisabeth Schneider-Schneiter: «Wer unterschreibt die Volksinitiative, dass die Frühlingssession nicht mehr während der Basler Fasnacht stattfinden darf?», schreibt die CVP-Nationalrätin auf Facebook. Und ergänzt mit einem Augenzwinkern: «Es gibt dümmere Verfassungsartikel, oder?» Die Basler Fasnacht ist normalerweise fester Bestandteil in der Agenda der Baselbieterin und sie hofft, «dass ich zumindest die Laternenausstellung besuchen und abends etwas durch die Gassen ziehen kann».

Die eidgenössischen Räte schaffen es regelmässig, präzise jene drei Tage mit einer Sitzung abzudecken, an denen ein Basler wie Beat Jans ganz sicher nicht in Bern sitzen möchte. Der SP Nationalrat hat es sich denn auch nicht nehmen lassen, den Morgestraich zu besuchen. Anschliessend hat er sich dann noch kurz hingelegt. Immerhin starten die Ratssitzungen am Montag jeweils erst am Nachmittag.

«Ich könnte wohl nicht arbeiten»

Silvia Schenker dagegen hat auf den Morgestraich verzichtet, «sonst könnte ich jetzt wohl nicht arbeiten». Gerade die hart umkämpfte Alterreform beschäftigt derzeit die Basler SP-Nationalrätin. «Das hat im Moment schlicht Priorität. Da muss sogar die Fasnacht in den Hintergrund treten.» Doch auch sie sei etwas wehmütig geworden, als sie am Montagmorgen den Zug nach Bern bestiegen habe, räumt Schenker ein.

Fasnacht oder Session, da sind sich die Bundesparlamentarier aus den beiden Basel einig: Keiner will im Bundeshaus fehlen, aber ganz auf die Fasnacht verzichten möchten sie auch nicht. Lange Sitzungstage und kurze Fasnachtsnächte machen für die Politiker aus den «drey scheenschte Dääg» schnell einmal drei happige Tage.

Auch Sebastian Frehner ist kein Aktiver. Deshalb sei das Verpassen der Fasnacht nicht ganz so schlimm, sagt der Basler SVP-Nationalrat. Gerne hätte er einen «Schnitzelbangoobe» besucht, während dieser Session liege das aber einfach nicht drin. «Ich bin bei der Debatte rund um die Altersreform stark involviert», erklärt Frehner. «Und hier geht’s im Moment um die Wurst.» Wenigstens habe er bereits ein paar Vorfasnachtsveranstaltungen besuchen können.

Mehr Mühe hat Fraktionskollege Thomas de Courten. Er habe leider auf den Morgestraich verzichten müssen, bedauert der Baselbieter SVP-Nationalrat. «Dabei ist das etwas vom Faszinierendsten.» Wäre er dort gewesen, wäre er am Montag aber wohl kaum mehr zu gebrauchen gewesen.

«Schliesslich gehört zum Morgestraich auch eine Zibelewaie und die kann man ja nicht trocken runterwürgen», meint schmunzelnd. Daher müsse er wohl oder über Prioritäten setzen. Pflicht geht vor Vergnügen. Wenn irgendwie möglich, will er aber schon noch einen Schnitzelbankabend oder die Laternenausstellung besuchen.

Morgens früh auf den Zug

Das will auch Jans auf keinen Fall verpassen. «Ich will einfach die Stimmung in der Stadt geniessen», sagt er – selbst wenn er dann am nächsten Morgen sehr früh auf den Zug muss. Und wohl erneut lieber bleiben, als in Bern politisieren würde. «Bei diesem schlechten Wetter fällt es wenigstens nicht ganz so schwer», sagen Jans und Schneider-Schneiter unisono.