Riehen
Das HillChill Festival wird 18: «Wir nehmen uns nicht zu ernst»

Dieses Wochenende findet das HillChill Festival in Riehen statt. Zum 18. Mal. Die Veranstalter Toby Abt und Chris Pfeifer plaudern über Geburtstagsüberraschungen und dei Volljährigkeit.

Olivia Meier
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Toby Abt und Chris Pfeifer.

Toby Abt und Chris Pfeifer.

Kenneth Nars

Das HillChill wird volljährig. Was ändert sich?

Toby: Prinzipiell nicht viel. Wir entwickeln uns jedes Jahr weiter und machen einen Schritt nach vorne.

Chris: Trotz unserer Volljährigkeit möchten wir frech und spontan bleiben. Unser Verein ist sehr jung, von 18 bis 30 ist alles mit dabei. Alle arbeiten ehrenamtlich, wir zwingen niemanden. (lachen)

Was gibts dieses Jahr als Geburtstagsüberraschung? Kuchen für Alle?

Chris: Statt Kuchen zu verteilen, haben wir eine Videokampagne gestartet. Das war auch schon in den letzten Jahren unsere Absicht: Wir wollen mit lustigen, zum Teil auch verstörenden Videos Aufmerksamkeit erregen. Die Videos in diesem Jahr zeigen auch, dass wir noch nicht ganz erwachsen sind und es wohl auch nie werden.

Toby: In diesem Jahr haben wir das HillChill personifiziert und es all die Sachen machen lassen, die ein junger Volljähriger mit viel Schabernack im Kopf vielleicht machen würde: Alkohol für Jüngere kaufen, komische Dinge auf den Wahlzettel zeichnen, weil man nicht weiss, was stimmen oder auch Seich mit dem neu bestandenen Führerschein anstellen.

Habt ihr keine Angst davor, anzuecken oder Negativ-Schlagzeilen zu machen?

Beide: Im Gegenteil.

Chris: Wir wollen uns selber nicht zu ernst nehmen, wie das einige Festivals in der Region machen. Wir nehmen uns die Freiheit, frech und jung zu sein.

Toby: Jugendkultur zu leben eben.

Was heisst Jugendkultur für euch?

Toby: Wir überlassen den Jungen in ihren Ressorts das Zepter und lassen sie machen. Oft sagen wir «probiert einfach mal aus». Bisher hat sich das meistens ausgezahlt und es sind immer gute neue Sachen dabei rausgekommen. Wir wollen, dass die Leute auch Erfahrungen sammeln können. Wir haben zum Beispiel Elektriker-Lehrlinge oder Hochbauzeichner in der Lehre, die das Gelernte dann direkt praktisch bei uns anwenden können.

Ihr habt vorher gesagt, alle arbeiten ehrenamtlich. Findet man da immer genug Leute?

Chris: Ja auf jeden Fall. Ein Grundsatz des HillChills ist: Zuschauer, Bands und Staffer sollen alle gleich viel Spass haben. Das ist seit der Gründung so. Mein grosser Bruder hat mit seiner Punk-Band einfach auf einem Teppich mit zwei Lautsprechern gespielt. Da nannten sie es noch «Lil HillChill». Wir beim HillChill sind eine Familie. Wir treffen uns das ganze Jahr über, um zu planen, Ideen zu sammeln und auch mal Feiern zu gehen oder Ausflüge zu machen. Die Leute sind es gewohnt, sich gegenseitig zu helfen und etwas aufzubauen.

Wie sieht der Planungsablauf aus?

Toby: Im Herbst schauen wir zurück und schauen, was wir besser machen könnten. Dann setzten wir die Teams neu zusammen und fangen schon mal an, die verschiedenen Bands zusammen zu suchen. Ab Februar geht’s dann ans Eingemachte.

Chris: Einen festen Plan gibt es da aber nicht. Wir beide machen es seit 2013 und mussten auch zuerst unseren eigenen Weg finden. Unser Ziel ist es, professioneller werden.

Inwiefern professioneller? Steht das nicht dem frechen, spontanen Image im Weg?

Toby: Ja, das ist eine Gradwanderung. Aber: wir alle arbeiten ehrenamtlich und diesen Haufen muss man irgendwie unter Kontrolle behalten. Das geht nur mit professioneller, interner Kommunikation. Neu haben wir auch eine Marketingstrategie. Ein völlig neues Wort für uns.

Chris: Früher haben wir auch von Festival zu Festival gedacht. Heute denken wir schon ein paar Jahre voraus.

Wie sieht die Zukunft denn aus?

Chris: Wir möchten auch in Zukunft ein nichtpolitisches Festival bleiben. Die verschiedenen Leute aller Altersgruppen und aller Musikrichtungen sollen bei uns ein schönes Fest haben können.

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