Die Baustelle am Luzernerring-Wasgenring sorgt wieder für hitzige Diskussionen: Der lange Strassenabschnitt zum Anschluss Nordtangente wird seit Mitte März saniert und neu gestaltet. Konkret: Die Strasse wird für den motorisierten Verkehr von vier auf zwei Fahrspuren zurückgebaut. Der Kanton verspricht sich davon mehr Sicherheit, weniger Abgase und flüssigeren Verkehr.

Ein Konzept, das niemals aufgehen werde. Stau sei vorprogrammiert, empört sich Christophe Haller, Präsident des TCS beider Basel. Bereits vor der Volksabstimmung im Jahr 2009 rief er laut aus. Und tatsächlich: Heute arbeitet der Bauverkehr auf zwei Spuren. Stau an den Knotenpunkten der Kreuzungen Hegenheimer- und Burgfelderstrasse gehören zum Alltag.

«Stau nur wegen der Baustelle»

Für den Kanton sagt dieser Zustand aber nichts aus über die künftige zweispurige Strasse aus. «Die Situation entspricht doch nicht dem Endresultat, wenn die Bauarbeiter noch arbeiten», betont Urs Brunold vom Basler Tiefbauamt. Weder die geplanten Abbiegungsmöglichkeiten sind befahrbar, noch die Lichtsignale richtig eingestellt. Brunold führt den Stau vollumfänglich auf die Baustellensituation zurück. «Um Grünphasen zu ermöglichen, braucht es Detektoren unter dem Boden, die anmelden, dass ein Auto an der Ampel steht oder anfährt. Diese Schlaufen sind nicht in Betrieb, die Ampel-Schaltung ist also stur.» Ausserdem seien die zwei Spuren, die es jetzt gebe, nicht am definitiven Ort geführt.

Für Haller sind Brunolds Aussagen keine Argumente für den Rückbau. «Gegenfrage: Warum kümmert sich der Kanton nicht zuerst um die Knotenpunkte, damit der Verkehr jetzt schon fliesst?.» Die Situation vor Ort sei desaströs, ruft er aus. «Gerade weil der Bauverkehr ja zwei der vier Spuren besetzt, entspricht die Situation dem Resultat.» Ob die zwei Spuren am Schluss am selben Ort verlaufen, oder nicht, sei doch egal.

Gundeli-Tunnel bringt mehr Stau

Als weitere Begründung für seinen Ärger argumentiert Christophe Haller mit dem geplanten Gundeli-Tunnel. Mit diesem Projekt, das das Quartier vom Güterbahnhof Wolf bis zum Raum Margarethen/Dorenbach vom Durchgangsverkehr befreien soll, würde ja noch Zusatzverkehr in Richtung Wasgenring entstehen.
Urs Schweizer, Präsident Automobil Club der Schweiz ACS Sektion beider Basel, sieht die Situation am Luzernerring-Wasgenring weniger bedenklich. «Ich habe kein Problem mit Stau.» Die Verkehrsfläche im Kanton sei knapp: «Ich bin der Meinung, dass man die Strassen nicht aufgrund des Verkehrs an Spitzenzeiten richten muss.» Der FDP-Grossrat zweifelt zwar daran, hofft aber, dass der Kanton seine Versprechen von flüssigerem Verkehr halten wird.

Christophe Haller ist aufgrund des Zustandes am Wasgenring überzeugt, dass die Basler bei einer Abstimmung zum jetzigen Zeitpunkt den Rückbau ablehnen würde. «Meine schlimmsten Befürchtungen werden eintreffen. Für mich ist klar: Es braucht einen Wechsel im Basler Baudepartement.»