Das Isteiner Bad, das in Basel letzte öffentliche Badezimmer inklusive Waschsalon, soll erhalten bleiben. Das fordert die Petition von Werner Wirz. Innert weniger Wochen sind 600 Unterschriften zusammengekommen. Die Petition wird heute um 11 Uhr dem Regierungsrat und dem Grossen Rat übergeben.

Eine Idee ist, das Bad in der Nähe des Messeplatzes einer privaten Trägerschaft zu übergeben. Interessenten für den künftigen Betrieb sind aber nicht in Aussicht: «Dafür ist es noch zu früh», sagt Wirz, der bereit ist, sich in dieser Richtung zu engagieren. Der Initiant wohnt im Matthäus-Quartier und benutzt das Isteiner Bad seit 13 Jahren regelmässig.

Stadt soll sich Institution leisten

Am Anfang besuchte er das Bad, weil er zu Hause keinen Tumbler in der Waschküche hatte. «Es ist einmalig, alles unter einem Dach zu haben. Sauna, Solarium und Waschmaschine. Ich finde, Basel-Stadt müsste sich eine solche Institution leisten können, trotz roter Zahlen.» Das Isteiner Bad sei ein sozialer Beitrag an die Stadt. Wirz stellt infrage, ob das Bad wirklich Sanierungsbedarf hat: «Wir finden es erhaltenswert. Es ist gepflegt und die Beleuchtung wurde erst vor zwei Jahren erneuert.»

Thomas Mächler, Kommunikationsleiter Jugend, Familie und Sport im Erziehungsdepartement ist da anderer Meinung. «Wie lange die Installationen des Bads noch taugen, ist schwierig zu sagen.» Eine Pinselrenovation reiche nicht aus. «Wenn man die Wasserleitungen eines über 40-jährigen Gebäudes hinter den Plättli hervorspitzt, wird das schnell teuer.» Zudem müsste das Bad bei einer Renovation behindertengerecht umgebaut werden, was die Kosten nochmals erhöht.

Einen lückenlosen Übergang an neue Betreiber hält Mächler nicht für wahrscheinlich. «Die Verträge sind gekündigt, die Mitarbeitenden werden innerhalb des Sportamtes neu disponiert.» Einer privaten Trägerschaft steht er neutral gegenüber: «Wenn jemand das Isteiner Bad übernehmen und investieren möchte, finde ich das gut.» Es sei nicht mehr die Aufgabe des Sportamtes, neue Betreiber zu suchen. Derzeit sei das Verhältnis von Kosten und Ertrag sehr schlecht. Daran könne die Petition nichts ändern.

Treffpunkt für alle

Für Wirz gibt es keine Alternative zum Bad im Kleinbasel. «Hier gibt es eine eigene Atmosphäre. Für viele im Quartier ist es ein Treffpunkt, für einige Randständige eine Ersatzheimat.» Die Reaktionen auf seine Petition seien sehr positiv. «Ich bekomme viel Unterstützung», sagt Wirz. Auch von der Basta. Diese wird im Grossen Rat einen Vorstoss zur Rettung des Isteiner Bads lancieren, sagt Grossrat Urs Müller. Wer den Vorstoss parteiintern übernehmen wird und der Zeitpunkt der Einreichung sei unklar.