Sportbad

Das Joggeli ist schwer baufällig – lose Betonteile gefährdeten Badegäste

Das Gartenbad St. Jakob bedarf einer dringenden Sanierung. Wie schlimm es um gewisse Gebäudeteile steht, zeigt ein Dokument der Regierung vom vergangenen August. Darin steht, dass herabfallende Betonteile Badegäste gefährden könnten.

«Seit Jahren bestehe ein Innovationsstau bei bestehenden Sportanlagen.» So lautet der Einstieg in einen Text aus der «Basler Zeitung», in dem sich die damalige Ressortleiterin Sport des Basler Erziehungsdepartements über Versäumnisse beklagt. Damalig, denn besagter Artikel erschien im Jahr 2004. Er dreht sich hauptsächlich um das Gartenbad St. Jakob. Die Rede ist von «dringenden Sanierungen». Passiert ist seither wenig.

So wenig, dass die Regierung vergangenen August über ein Gebäude dort schreibt: «Die Bausubstanz ist stark geschädigt, so dass (sic) bereits Notmassnahmen getroffen werden mussten, um das Eindringen von Wasser in die Tragstruktur zu verhindern und den Schutz der Badegäste vor herabfallenden Betonbrocken sicherzustellen.»

Das Kästligebäude ist dermassen baufällig, dass es zur Gefahr für die Badenden wird. Das ärgert die Regierung schon lange, es schmerzt sie auch im Portemonnaie. Heisst es doch im gleichen Bericht: «Das Gebäude und die technischen Anlagen haben das Ende ihrer Lebensdauer erreicht und der Aufwand für den Unterhalt von Bau und Gebäudetechnik steigt stetig.»

Auf Anfrage bestätigt Marc Keller vom Baudepartement (BVD) die Sofortmassnahmen im vergangenen Jahr: «Dort mussten 2017 aus Sicherheitsgründen lose Betonteile abgespitzt werden.» Die Zone werde aber schon seit längerem nicht mehr benutzt und entsprechend wenig frequentiert.

Das Gartenbad St. Jakob

Das Gartenbad St. Jakob

Sorgenkind St. Jakob

Das Kästligebäude hat eine lange Leidensgeschichte. 2004 kündigte die Verwaltung an, dieses «prioritär» zu behandeln. 2005 beschäftigte sich die Regierung damit. Zwar liegt der bz der damalige Beschluss nicht vor, wohl wurde aber eine Investitionssumme beschlossen. Denn seither taucht das Kästligebäude immer wieder in Budgets und Jahresberichten auf.

Mehrfach schienen die Arbeiten einen Schritt weiter – aber eigentlich fand sich nie ein Nutzen für die überdimensioniert geplanten Garderoben. Im unteren Geschoss zogen sich noch Leute um. Das Obergeschoss stand immer leer. Ein Problem, das man auch vom Gartenbad Bachgraben kennt. Dort wurde die überschüssige Bausubstanz irgendwann zu einem Kindergarten und Wohnungen.

Gemäss BVD ist eine solche Umnutzung im St. Jakob aber «viel schwieriger, aufgrund der Lage und der Bauvorschriften.» Aktuell laufe eine Machbarkeitsstudie. Die Jahre der Enttäuschungen haben die Hoffnung im BVD nicht gebrochen: «Wir sind sehr zuversichtlich, dass die zukünftige Nutzung sehr bald festgelegt werden kann.» Und auch Badegäste können aufatmen: «Aktuell sind keine weiteren Notmassnahmen notwendig.

Das kann allerdings nicht darüber hinwegtäuschen, dass die Planung für das Gartenbad St. Jakob nicht immer in geordneten Bahnen verlaufen ist. Einst als Gesamtsanierung angekündigt, findet diese nun etappenweise statt.

Zuerst war die Reihe am Planschbecken, im Winter 2020 soll das Familienbecken folgen. Das Kästligebäude ist erneut budgetiert, «kann aber noch nicht an die Hand genommen werden, da unklar ist, wie es künftig genutzt werden soll.»

Dass in der Planung einiges im Argen liegt, zeigte sich auch 2012: Der Sprungturm musste für eine Saison gesperrt werden. Der Frost hatte Risse in den Beton getrieben, sodass nicht nur den Springern die Knie zitterten – sondern gleich der ganze Turm.

Die künftigen Bauarbeiten sollen im Winter stattfinden, um den Badebetrieb nicht zu stören. «Ungünstige Wetterbedingungen – etwa Frost – vorbehalten, werden die Besucherinnen und Besucher des Gartenbades von den Bauarbeiten nicht betroffen sein», sagt Keller. Allerdings räumt er ein, dass die Witterungsverhältnisse die Arbeiten erschweren.

So kam es auch im vergangenen Jahr zu Verzögerungen beim Bauabschluss, das Kinderbecken eröffnete später. Das wäre im Fall des Jahres 2021 besonders ungünstig. Dann wird das Hallenbad Rialto voraussichtlich saniert und das Sportamt erhofft sich von den Gartenbädern eine Linderung der Lage.

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