Die älteste Basler Vorfasnachtsveranstaltung wird heuer 125 Jahre alt. Dieses Jubiläum muss gebührend gefeiert werden, sagen sich die Mitglieder der Studentenverbindung Zofingia Basel. Dementsprechend aussergewöhnlich werde auch das Jubiläumsconzärtli, verspricht Regisseur David Burckhardt. «Es werden rund fünfzig Personen in kleineren und grösseren Rollen im Ensemble mitspielen.»

Darunter auch ehemalige Mitglieder, die Altzofinger. Damit ist es das wohl aufwendigste und grösste Conzärtli aller Zeiten. Und dieses hält einige Überraschungen parat. «Wir verzichten in diesem Jahr auf die drei ‹Lyyche›», kündigt Burckhardt an. Jedes Jahr parodiert das Conzärtli drei bekannte Persönlichkeiten und nimmt diese durch die verschiedenen Rahmestiggli auf die Schippe. «Es wäre eine ganz spezielle Ehre gewesen, beim Jubiläum eine Lyyche zu sein. Wir konnten uns aber bei niemandem für diese Ehre begeistern», so Burckhardt.

Statt den drei Haupt-Lyyche erwarten die Zuschauer an den drei Vorstellungen im Saal San Francisco im Congress Center Basel gleich mehrere Neben-Lyyche. Wer dies sein wird, wollte der Regisseur nicht verraten.

Ein Fest nach der Dernière

Die Vorbereitungen für das Jubiläumsconzärtli begannen bereits im vergangenen Sommer. Dabei dürfen alle Mitglieder mitreden und Inputs geben. «Es ist eine Herausforderung, die unterschiedlichen Arten des Humors zu kombinieren», betont Burckhardt. Man müsse bedenken, dass es sich immer um Laienschauspieler handelt. «Wir mussten abwägen, was möglich ist, und was nicht.» Nach der Dernière am 15. Februar gibt es aufgrund des Jubiläums ein Fest im Gare du Nord. Rund 400 Tickets stehen dafür im Vorverkauf bei der UBS am Marktplatz zur Verfügung.

Heute war «Mordnacht»

Mit dem Zofingerconzärtli sind mehrere langjährige Traditionen verbunden. Eine wichtige fand vergangene Nacht statt, als die Zofinger im wilden Stil in der Stadt Conzärtliplakate aufhängten. «Das wilde Plakatieren wird mittlerweile von den meisten Hausbesitzern toleriert», freut sich Conzärtlipräsident Georg Heuzeroth. Das Plakatieren sei von der Polizei zwar nicht erlaubt, es finden aber jeweils offene Gespräche statt. Ab und zu käme es trotzdem zu kräftigem Eingreifen, vor allem bei Polizisten, welche die Tradition nicht kennen.

Die Tradition will es auch, dass die Familien der Zofinger das Datum die Mordnacht – wie die Plakatnacht genannt wird – der Polizei im Vornherein verraten. Wer sich an einem Plakat besonders stört, kann dies unter der Nummer 079 355 45 74 melden. «Wir entfernen es dann schnellstmöglich», verspricht Georg Heuzeroth. Die Premiere ist am 13. Februar.