Gastronomie

Das «Klingeli» hat einen neuen Chef: SP-Grossrat Sebastian Kölliker übernimmt Geschäftsleitung

Sebastian Kölliker übernimmt die Geschäftsleitung im «Klingeli» bei der Kaserne interimistisch.

Sebastian Kölliker übernimmt die Geschäftsleitung im «Klingeli» bei der Kaserne interimistisch.

Nach dem Knall im Juli hat die «Rhyschänzli»-Gruppe einen neuen Geschäftsführer fürs Traditionslokal «Klingeli» bestimmt: Es ist der Basler SP-Grossrat Sebastian Kölliker. Er ist kein Unbekannter in der grossen Basler Gastrogruppe.

Im Juli wurde das Kleinbasler Traditionslokal «Klingeli», das zur Basler Rhyschänzli-Gruppe gehört, tüchtig durchgeschüttelt. Erst entliess Wirt Jérôme Beurret den Barchef und einen Koch, dann hatte er plötzlich die solidarische Kündigung von sechs Personen aus dem Service auf dem Tisch. Sie protestierten gegen die Massnahme Beurrets, die er gegenüber der bz als eine wirtschaftliche bezeichnet hatte.

Jetzt, gut zwei Monate später, hat das «Klingeli» einen neuen Geschäftsführer. Es ist SP-Grossrat Sebastian Kölliker, der auf Anfrage sagt, er habe die interimistische Leitung des Lokals vorerst bis Ende Jahr übernommen. Ab sofort ist der Politiker hauptberuflich in der Beiz anzutreffen. Kölliker ist in der Basler Szene ein bekanntes Gesicht, nicht nur als Gross- und Bürgergemeinderat, sondern auch als Vorstandsmitglied des Rockfördervereins Basel-Stadt und ehemaliger Präsident des Jugendkulturfestivals Basel. Er ist auch in der Rhyschänzli-Gruppe kein Unbekannter, unter anderem arbeitete auch in Sachen Kommunikation für Beurrets Gastro-Unternehmen.

Potenzial als Quartier-Treffpunkt nutzen

Was genau er in der Interimszeit mit dem Lokal vorhat, sagt Kölliker nicht, er sehe aber auf jeden Fall Potenzial, die Rolle des Restaurants als Treffpunkt des Quartiers zu stärken – es soll dabei sicher auch für ihn zu einer Art «zweiten Stube» werden. Die Wirtschaftlichkeit bleibt allerdings eine Herausforderung. Das «Klingeli» hatte nach Angaben der Betreiberschaft zuletzt mit einer schwierige finanziellen Situation zu kämpfen. Das sei auch der Grund für die Kündigung des Barchefs gewesen, wie Wirt Beurret sagte. Man habe das Restaurant in einem «desolaten Zustand» übernommen, kommentierte Beurret den Neuanfang der Beiz.

Das «Klingeli» hat im Kleinbasel eine lange Geschichte. Vor Übernahme durch die Rhyschänzli-Gruppe war es als Milieu-Beiz bekannt, entsprechend war das Lokal heruntergewirtschaftet. Das führte beim Umbau zu Mehrausgaben in der Höhe von mehreren Hunderttausend Franken.

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