Schon von weit her hört man die Musik, die den Weg weist. Egal, ob moderne Tracks, Samba-Töne oder traditionelle Klänge aus Indien, Afrika und Brasilien, zu hören gibt es am alljährlich stattfindenden Klosterbergfest alles. Die verschiedenen Musikrichtungen vermischen sich genauso fliessend wie die Menschen aus den verschiedensten Kulturen.

Wenn Zeit für das beliebte Strassenfest ist, das dieses Jahr bereits zum 35. Mal über die Bühne – oder besser über die Strasse – ging, dann versammelt sich fast ganz Basel auf den paar Strassenmetern von Elisabethenstrasse über Klosterberg bis Heuwaage.

Wie jedes Jahr lockt der Klassiker unter den Basler Strassenfesten auch dieses Mal wieder Tausende Feierlustige nach draussen – trotz grosser Konkurrenz durch die vielen weiteren Feste, die an diesem Wochenende in Basel stattgefunden haben. Der knapp bemessene Platz war bis zum Äussersten ausgereizt, Berührungsängste fehl am Platz.

Tanzende Essensverkäufer

Entstanden ist das Fest bei einem gemütlichen Zusammensitzen von Gründer Onorio Mansutti, seinem Freund Dr. Otto Engel und seiner Frau Hilde. Nicht fehlen durfte an diesem Abend im Februar 1974 am Strand von Ipanema der Caipirinha – der berühmteste Cocktail Brasiliens, bestehend aus Cachaça, Limettensaft, Zucker und Eis. Und genau dieser ist es auch, der beim Besuch am Klosterbergfest, dessen Reinerlös seit 1984 vollumfänglich in die Aktion «Kinder in Brasilien» fliesst, zum festen Bestandteil gehört.

Ein weiteres Highlight war ein indischer Essens-Stand. Die Sighs versprühten während der Zubereitung ihrer traditionellen Köstlichkeiten Lebensfreude pur. Tanz- und Gesangseinlagen inklusive. Damit haben sie wohl jedem Stand-Besucher ein Lachen ins Gesicht und gute Laune zaubern können.

Zwei Tage Sommer

Gute Laune machte dieses Jahr auch das Wetter. Nachdem die letzten Jahre Regenschirme das Bild des Festes prägten und strömender Regen zum Programm gehörte, blieben dieses Jahr zumindest die ersten beiden Tage fast komplett trocken. Das Fest versprühte in diesem tristen August noch ein letztes Mal und für zwei Tage etwas Sommer-Feeling mit heissen Rhythmen, Strandhüten und Blumenketten.

Die Stimmung war ausgelassen, friedlich und freudig. Wie jedes Jahr war es ein Ort, um mit Freunden anzustossen, eine kulinarische Weltreise zu machen und Leute zu treffen, die man lange nicht gesehen hat. Trotz des verregneten Sonntags, der dem Anlass auch noch durch das Heimspiel des FC Basel Konkurrenz bot, war das Klosterbergfest ein stimmungsvoller Erfolg.

Am Samstagabend bis spät in die Nacht und am Sonntag bis zum Ende des dreitägigen Festes erfüllt die Musik die Strasse und begleitet die Besucher wieder weg vom bunten Treiben und in alle Richtungen Basels, bis sie sie nächstes Jahr wieder anlockt, um gemeinsam für Brasilien zu feiern. Und guten Gewissens den einen oder anderen Caipirinha zu viel zu geniessen.