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Das Knie hält - Strellers Blitzheilung überrascht sogar ihn selbst

Vor einer Woche befürchtete Marco Streller zuerst das Karriereende, dann war von mehreren Wochen Pause die Rede. Doch schon am Sonntag stand Basels Captain zur Überraschung aller bereits wieder in der Startelf. Der Stürmer ist über seine schnelle Heilung selber erstaunt.

Sebastian Wendel
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Marco Streller war selber überrascht von seiner schnellen Genesung.

Marco Streller war selber überrascht von seiner schnellen Genesung.

Keystone

Ja, er ist es tatsächlich. Fans, Journalisten und wohl auch die GC-Spieler staunen nicht schlecht, als Marco Streller 35 Minuten vor Anpfiff zum Einwärmen aus der Senftube läuft. Sogar seine Teamkollegen haben nicht mit ihrem Captain gerechnet. «Ich musste zwei Mal hinschauen, als Marcos Name auf der Aufstellungstafel stand. Wir sind froh, ist er so schnell zurück», sagt Yann Sommer.

Streller hatte sich vor einer Woche im Auswärtsspiel in Lausanne das Kreuzband im rechten Knie gezerrt, mit einer Rückkehr des 31-Jährigen war frühestens beim Cupmatch in Thun zu rechnen. Sogar der Kurzzeitpatient war über seine Blitzheilung erstaunt: «Noch am Mittwoch habe ich nicht damit gerechnet, gegen GC spielen zu können», sagt Streller. Unter der Woche verbrachte er etliche Stunden in der Therapie, nach zwei Balltrainings am Samstag und am Sonntagmorgen gab er Trainer Murat Yakin das Okay für einen Einsatz. «Die Schmerzen sind immer noch da, aber dafür gibts Tabletten. Wichtig war, dass das Knie stabil wirkt.»

In Lausanne, als der Mannschaftsarzt Streller noch auf dem Platz über einen möglichen Kreuzbandriss informierte, sei für ihn eine Welt zusammengebrochen. «Ich dachte schon, jetzt muss ich meine Karriere beenden.» Gestern konnte er über das Geschehene lachen. «Im Nachhinein ist es mir peinlich, dass ich mich auf der Barre vom Platz tragen liess.»

Schrecksekunde nach der Pause

Im gestrigen Spiel hatte Streller einen schweren Stand, was vielmehr an den starken GC-Innenverteidigern denn an allfälligen Nachwirkungen der Knieblessur lag. «Sie haben sehr kompakt und aggressiv verteidigt. Das machte es für mich als einzigen Stürmer nicht einfach», sagt er. In der 49. Minute erlebte Streller dann doch eine Schrecksekunde: Im rutschigen Rasen blieb er mit dem rechten Schuh hängen und humpelte danach während einiger Minuten. «Es gab einen Stich ins Knie. Jetzt müssen mich die Physiotherapeuten bis Mittwoch halt nochmals aufpäppeln.» Im Cupviertelfinal in Thun will Streller wieder spielen.

Möglich, dass Alex Frei im Berner Oberland zum ersten Mal in diesem Jahr auflaufen wird. Gegen GC suchte man ihn auf dem Matchblatt vergebens, obwohl Frei sich seit Tagen als fit bezeichnet. Nicht fit genug für Yakin, der sich für Jacques Zoua als Ersatzstürmer entschied. Gefragt, was er über die erneute Degradierung seines Freundes denke, nimmt Streller abwehrende Haltung ein und sagt grinsend: «Das ist Sache des Trainers. Ich halte mich da raus.» Wohl wissend um den Zündstoff, den die Personalie Alex Frei birgt.