Kinderspital
Das kostenpflichtige Beratungstelefon im Kinderspital bewährt sich

Das Beratungstelefon des Kinderspitals kostet seit Anfang Monat. Damit wird einen zusätzliche Beratungsstelle finanziert. Das Spital zeigt sich zufrieden. Negative Reaktionen sind bisher selten.

Pascale Hofmeier
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Das Beratungstelefon des Kinderspitals kostet seit Anfang Dezember. (Symbolbild)

Das Beratungstelefon des Kinderspitals kostet seit Anfang Dezember. (Symbolbild)

Keystone

Besorgte Eltern, die wegen einer medizinischen Frage die Nummer des Universitäts-Kinderspitals (UKBB) beider Basel wählen, müssen ihren Anruf seit dem 3. Dezember berappen. «Die Umstellung bewährt sich», sagt Sandra Soland, Kommunikationsbeauftragte des UKBB. Bisher habe es erst zwei bis drei negative Reaktionen gegeben. Täglich verzeichnet das Beratungstelefon etwa 50 Anrufe. Vorher waren es 60 bis 80. «Unser Personal auf dem Notfall hat das stark belastet.» Zu viele Kapazitäten seien absorbiert worden. Denn ein Gespräch dauert gemäss Soland etwa vier bis fünf Minuten. Das ergibt rund vier Stunden Arbeit. Und viele Anrufende hätten Fragen gestellt, die sie auch ihrem Haus- oder Kinderarzt hätten stellen können, zum Beispiel ob impfen generell sinnvoll sei oder was sie tun müssen, wenn das Baby seit einem Tag Durchfall hat.

Dadurch, dass die Beratungsgespräche nun kosten, habe man eine zusätzliche Stelle schaffen können. «Im Übrigen sind wir das letzte Kinderspital, das ein solches Beratungstelefon eingerichtet hat. In Zürich gibts das schon seit zehn Jahren.» Eine Zunahme der Besuche in der Notaufnahme von Eltern, die sich die Kosten sparen wollen, verzeichnet das UKBB bisher nicht.

Nicht alle Anrufe kosten

Die Kosten für die 0900er-Nummer trägt der Anrufende selber. Pro Minute sind es Fr.3.23. Davon gehen etwa
20 Prozent an die Swisscom, die restlichen Fr.2.60 entsprechen dem Tarmed-Tarif, der für telefonische Beratung in Arztpraxen angewendet wird. «Die Krankenkasse zahlt nicht für die Auskünfte», sagt Soland. Zu Beginn des Gesprächs weise eine Stimme ab Band darauf hin, dass die Auskunft kostenpflichtig ist. «So haben die Leute die Möglichkeit, abzuhängen.» Das Band weist aber nicht auf medizinische Hotlines wie Medgate hin, die je nach Krankenkasse und Versicherungsmodell dieselbe Auskunft gratis erteilt. «Wir sind nicht Partner dieser Hotlines», sagt Soland, darum mache man auch keine Werbung für diese.

Soland betont, dass nicht alle Anrufe kosten: «Wenn ein Kind kurz vorher bei uns in Behandlung oder auf der Notfallstation war und nun Probleme auftauchen, werden die Leute auch dorthin weiterverbunden.»