Kantonsfinanzen

Das Kunstmuseum Basel soll für 2018 eine knappe Million mehr erhalten – und wird durchleuchtet

Um das Defizit auszugleichen, will die Basler Regierung dem Kunstmuseum zusätzliche 925'000 Franken geben.

Um das Defizit auszugleichen, will die Basler Regierung dem Kunstmuseum zusätzliche 925'000 Franken geben.

Das Kunstmuseum Basel soll 925'000 Franken mehr bekommen, um sein mit dem Erweiterungsbau entstandenes Loch übergangsweise zu stopfen. Zudem soll eine Betriebsanalyse das Museum wieder auf Kurs bringen.

Eigentlich wollten Direktor Josef Helfenstein und seine Mitarbeiter am Donnerstag das Programm des Kunstmuseums Basel vorstellen. Eigentlich hatten sie sich dafür eine überraschende Form ausgedacht. Nämlich einen Blick hinter die Kulissen ihrer Arbeit zu werfen. Doch diese Dramaturgie wurde durch aktuelle Ereignisse unterlaufen.

Eine Stunde vorher hat die städtische Finanzkommission kommuniziert, dass die Regierung der Stadt Basel dem Museum zusätzliche 925'000 Franken für das Budget 2018 zukommen lassen will. Das Museum konnte gar nicht anders, als diese Neuigkeit zum Thema zu machen.

Seit Helfenstein vor drei Monaten Alarm geschlagen hat, weiss die Öffentlichkeit um die finanzielle Schieflage des erweiterten Kunstmuseums. Nun soll eine von der Kulturabteilung eingeleitete Betriebsanalyse Klarheit schaffen. Der Bericht der Finanzkommission benennt die grössten Defizite: Der Personalaufwand des erweiterten Betriebs wurde zu knapp kalkuliert, die erwarteten Einnahmen zu hoch. Der Museumsshop bringe zu wenig Einnahmen und sei am falschen Ort platziert. Dieses Jahr wird das Haus bereits Defizit schreiben. Wie viel, werde im Dezember kommuniziert.

Damit 2018 der Betrieb gesichert und ein absehbares Defizit abgefedert werden können, werden nun die 925 000 Franken eingeschossen. Zu gut zwei Dritteln werden sie zur Sicherung des laufenden Betriebs verwendet.

«Ein Drittel wird verwendet, um befristete Stellen aufzustocken», sagt Annette Schönholzer, die kaufmännische Direktorin des Museums. «Nur so sind wir überhaupt in der Lage, eine Betriebsanalyse zu begleiten.» Durchgeführt werde diese von einer externen Firma. Deren Kosten wiederum trage die Kulturabteilung der Stadt.

Alte Fehler ausbaden

Direktor Helfenstein betont, das Ganze sei ein Drahtseilakt. Er halte die externe Analyse zwar für eine gute Lösung. «Unsere momentane Situation verbessert sich dadurch aber nur psychologisch. Das Grundsatzproblem bleibt bestehen.»

Dieses wurde bereits auch in dieser Zeitung benannt: Aus lauter Freude am Geschenk haben sich weder die Kulturabteilung des Kantons noch die Stiftung des Museums fundierte Gedanken darüber gemacht, wie der um den Neubau vergrösserte Betrieb zu finanzieren sei. Helfenstein sprach gegenüber der bz von 2,5 Millionen Franken, die für den Betrieb fehlen.

Ob es nun wirklich so viel ist, darüber soll die Betriebsanalyse Klarheit schaffen. Sonja Kuhn, die frisch gewählte Co-Leiterin der Kulturabteilung, sagte am Donnerstag: «Wir hinterfragen, ob das Museum unter diesen Umständen seinen bisherigen Auftrag erfüllen kann.»

Helfenstein selbst sagt, er fühle sich gut, angesichts der Leistungen seines Teams. Die angepeilten 300 000 Besucher würden dieses Jahr erreicht. Die Zahl der Besucher der Sammlung habe sich verdoppelt, was Helfenstein besonders freut. Wie er für die kommende Saison plant, lesen Sie auf Seite 35.

Meistgesehen

Artboard 1