Empfang
Das Leid der Zugpferde: Der Basler Gewerbeverband lädt zum Neujahrs-Apéro

Gewerbedirektor Gabriel Barell warb am Neujahrsempfang noch einmal für seine Version der Steuerreform 17.

Andreas Schwald
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Der Neujahrsempfang des Basler Gewerbeverbandes im Theater Basel
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An die 1000 Gäste sind eingeladen, fast so viele kamen auch.
Neujahrsempfang Gewerbeverband Basel-Stadt im Theater Basel
Gewerbedirektor Gabriel Barell warb am Neujahrsempfang noch einmal für seine Version der Steuerreform 17.
Auch Theater wurde geboten.
Zufrieden mit dem Verbandsjahr: Gewerbepräsident Marcel Schweizer (links) und Direktor Gabriel Barell.

Der Neujahrsempfang des Basler Gewerbeverbandes im Theater Basel

Juri Junkov

Voll, aber so richtig voll ist das Foyer des Theater Basel, wenn der Gewerbeverband zum Neujahrsempfang mit üppigem Apéro bittet. An die 1000 Gäste sind eingeladen, fast so viele kamen gestern und lauschten den Worten von Gewerbeverbandspräsident Marcel Schweizer, Direktor Gabriel Barell und BKB-Direktor Guy Lachappelle im Saal der Grossen Bühne.

Hervorragend funktioniert der Verband derzeit vor allem in seiner Rolle als Dienstleister: Seien es Innovationsförderungen oder Koordinationen unter Mitglieder. Da glänzt der Gewerbeverband und kann, wie Präsident Schweizer in seiner Rede zu recht betonte, massgebliche Leistungen ausweisen. Zum Beispiel mit dem Projekt «Energie Impulse Region Basel», das erste Erfolge zeitige.

Eher mager hingegen gestalten sich die politischen Voten. Gabriel Barell wie Marcel Schweizer stimmten beide das Lied des geplagten Gewerbetreibenden an, ein Lied von Zugpferden, die zu Lasteseln der Politik würden, und davon, dass sie keine Anerkennung fänden. Der Blues war stark in beiden Reden, die Forderung nach Deregulieren beständig.

Barell pries noch einmal den Vorschlag des Gewerbeverbands zur kantonalen Umsetzung der Steuerreform 17 an, den der Verband am Donnerstag vorgestellt hatte. Damit sollen die «Zugpferde» zumindest von der Last der höheren Familienzulagen und der Dividendenbesteuerung verschont bleiben, während zur Finanzierung die Finanzreserven des Kantons angezapft würden. Denn Bitcoins würden dafür kaum taugen, zumindest wenn es nach Guy Lachappelle geht. Der Bankdirektor beschied den Zuhörern per Grusswort kurzum: «Unser Rat zu Bitcoins? Vergessen Sie es.»

Theaterdirektor Andreas Beck lag derweil krank darnieder und gab sein Wort an Kommunikationschefin Ingrid Trobitz weiter, die für mehr Lagerfläche fürs Theater warb. Damit wies sie auf ein Problem hin, das ihr Chef ebenfalls gerne anspricht: das durch langjährige Sparmassnahmen im Wachstum eingeschränkte Theater. Die fröhlichen Lieder besorgten die Sänger aus dem Opern-Ensemble dann zum Schluss.