Airbnb

Das lukrative Geschäft mit der eigenen Wohnung

Screeshot Airbnb Basel

Screeshot Airbnb Basel

Ein privates Zimmer zu vermieten, kann viel Geld einbringen – besonders in Basel. Es kann den Untervermieter aber auch die eigene Wohnung kosten.

Vergangenen Monat strömten wieder einmal tausende Besucher in die Nordwestschweiz, um bei der Art Basel auf dem Messeareal Kunst vom Feinsten zu bestaunen. Wie schon oft in der Vergangenheit wurde Basel zum Zentrum für Interessierte aus der ganzen Welt. Aber auch bei anderen Messen, zum Beispiel der Baselworld und der Muba, herrscht während Tagen Ausnahmezustand am Rheinknie. Das bedeutet auch: überteuerte Zimmer und oftmals ausgebuchte Hotels.

Um das zu umgehen, ergattern sich Messebesucher für einige Nächte eine Bleibe über den Internetanbieter Airbnb. Das ist günstiger und oftmals bequemer als der Gang ins Hotel. Neben den Besuchern profitieren davon aber vor allem die Anbieter dieser Wohnungen. Diese können den Platz für gutes Geld untervermieten. Dass dies illegal ist, wissen die Wenigsten. In der Weltstadt Berlin werden ab dem 1. Mai Bussen von bis zu 100 000 Euro ausgesprochen, wenn sogenannte «gewerbsmässige Untervermietung» vorliegt, schreibt der «Spiegel».

Moralisch fragwürdig wird es spätestens dann, wenn bereits begünstige Mieter «Homesharing» betreiben und davon einen netten Profit erzielen. Dies wäre zum Beispiel bei Studentenwohnungen der Fall, welche dank kantonaler Subventionen günstiger sind. Das gleiche gilt für Genossenschaftswohnungen mit ebenfalls vergleichbar tiefen Mietpreisen. In Zürich gab es bereits Fälle von Studenten, welche ihre Wohnungen und Zimmer an Dritte zur Verfügung stellten und damit, hochgerechnet auf den Monat, das Doppelte ihrer Miete einnahmen, wie «Schweiz am Sonntag» herausgefunden hat.

Schwierig zu kontrollieren

Ob es in Basel ebenfalls zu solchen Fällen gekommen ist, lässt sich nur schwer überprüfen. Maria Sanchez, Liegenschaftszuständige der Basler Wohngenossenschaft, sagt: «Uns sind bisher keine Fälle bekannt, bei denen es zu gesetzwidriger Untervermietung gekommen ist. Wir deklarieren auch klar, dass eine Untervermietung, zum Beispiel während der Art Basel, verboten ist. Das zu kontrollieren, ist aber schwierig, da ja die Wohnungen nur für kurze Zeit online sind.»

Ähnlich klingt es auch bei Vermietern von günstigen Studentenwohnungen. «Uns ist bewusst, dass gewerbsmässige Untervermietung vor allem während der grossen Messen lukrativ sein kann. Von solchen Fällen haben wir jedoch nichts mitbekommen», sagt Pan Schneider vom Verein für studentisches Wohnen WoVe. Käme es trotzdem zu einem solchen Fall, würde man der Person mit der Kündigung des Vertrags drohen, so Schneider.

In zwei Fällen habe man die Mieter bereits auf die Regeln hinweisen müssen. Aber es habe sich weder um gewerbsmässige Untervermieter gehandelt, noch hätten die Studenten Kenntnis vom Verbot gehabt. Die WoVe profitiert von Subventionen der Fachhochschule, der Universität Basel sowie der Gesellschaft für das Gute und Gemeinnützige GGG. Durchschnittlich kostet ein Zimmer der WoVe 550 Franken.

Wie viel Untervermietungen während der grossen Basler Messen bringen, ist von Fall zu Fall unterschiedlich. Der Vergleich mit Hotelanbietern zeigt aber: Eine Untervermietung während der Basler Messen würde Studenten mehr als nur einen kleinen Zustupf bringen. «Basel Apartments», ein Anbieter von Studios in der Nähe des Messegeländes, verrechnet 420 Franken für ein Zimmer pro Nacht während Grossveranstaltungen und Kongressen.

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