Kaffee gehört heute zum Alltag. Im 18. Jahrhundert war das Getränk ein Luxusgut. Die Bohne stammt aus Äthiopien und gelangte im Rahmen des Sklavenhandels nach Europa. So auch die Legende der Bohne: Eine Ziegenherde soll die Kaffeefrucht gegessen haben. Durch ihre Wirkung seien die Tiere lebhaft geworden und wild in die Luft gesprungen. Als die Hirten das sahen, ernteten sie die Früchte und probierten es selber. Bei ihnen soll die Wirkung ganz ähnlich ausgefallen sein.

In Europa merkten die Ärzte schnell: Kaffee wirkt stark abführend. Egal, das Koffein weckte die Menschen auf – auch die Basler. So entstand das erste Kaffeehaus in Basel an der Schifflände. Im 19. Jahrhundert war dann Kaffee Mode und galt nun plötzlich als «Türkentrank», sagt Sabine Söll-Tauchert, Kuratorin des Museums. Auf alten Kannen seien darum etwa Turbane und andere «typisch türkische» Motive eingraviert. Denn im Osmanischen Reich hatte sich eine ganze Kultur rund um Zubereitung und Genuss von Mokka entwickelt.

Die Kannen für den Tee – früher auch ein Luxusgetränk – zeichnen sich nicht durch einen türkischen Hauch aus. Diese Behälter haben den Ausguss weiter unten als jene für den Kaffee. Heute kennen alle die billigen Teebeutel, die man bloss ins heisse Wasser werfen muss. Früher wurde das Luxusgetränk zeremoniell zubereitet, wie es heute noch in anderen Kulturkreisen üblich ist. Die Familie setzte sich an den Tisch, im teuren und schönen Porzellan warteten die Teeblätter auf das dampfende Wasser. Damals protzte man noch mit seinen Porzellan-Teekannen.

Schokolade wurde nur getrunken

Auch der Kakao gehört zu den Luxus- und Trendgetränken des 18. Jahrhunderts. Die Schokolade wurde erst nur getrunken. Der Kakao war so kostbar, dass er in den süd- und mesoamerikanischen Hochkulturen seit Jahrhunderten als Zahlungsmittel verwendet wurde. Das Getränk war dickflüssig, nahrhaft und durfte auch während der Fastenzeit konsumiert werden. Erst 1830 entdeckte man die feste und entölte Form.

Im 18. Jahrhundert nannte man auch das Rauchen von Tabak noch «trinken». Seine beruhigende und anregende Wirkung kam gut an. Die Inhalation als Konsumform kannte man in Europa nicht, weshalb der Tabakrauch eben «getrunken» wurde. Kauen und Schnupfen von Tabak kamen später dazu. Nun sind diese einst neuen Genussmittel so sehr Teil unserer Kultur, dass sie Thema einer Ausstellung wurden. (dwa)