Nachtleben

Das Nachtleben sieht in eine ungewisse Zukunft: Wie geht es weiter mit den Clubs der Region?

Wie lange die Basler Clubs wie das Atlantis (Bild) noch auf ihre Wiedereröffnung warten müssen, ist ungewiss.

Wie lange die Basler Clubs wie das Atlantis (Bild) noch auf ihre Wiedereröffnung warten müssen, ist ungewiss.

Während Läden, Cafés und Restaurants langsam wieder zum Leben erwachen, bleiben den Clubs und Konzertlokalen noch immer die Riegel vorgeschoben. Wie lange das noch so bleiben wird, ist ungewiss. Eine Taskforce Nachtkultur soll sich um die Wiederbelebung der regionalen Clubs kümmern.

Das Komitee Kulturstadt Jetzt warnte in einer Medienmitteilung von vergangener Woche: «Die Nachtkultur steht vor dem Aus». Es fordert deshalb eine Taskforce Nachtkultur. Dabei sollen Vertreter von betroffenen Branchen und der Verwaltung zusammen nachhaltige Lösungen für die Zukunft entwickeln.

«Clubs entlasten den öffentlichen Raum»

Sandro Bernasconi, Musikchef der Basler Kaserne, der als Vorstandsmitglied von Kultur und Gastronomie (K&G) hinter der Forderung von Kulturstadt Jetzt steht, sagt: «Es gibt ein Wechselspiel zwischen Bars, Clubs und Konzertlokalen. Wenn die Akteure nicht zusammen agieren, kann es schnell schiefgehen.» Damit spielt er auf die Situation in der Steinenvorstadt am ersten Samstag nach den Lockerungen an, als sich zahlreiche Menschen ohne jegliche Abstandsregeln zwischen den Lokalen durch drängten. Nach Mitternacht könnten Feierlustige nirgends mehr hin und würden sich daher draussen versammeln. «Clubs haben eine Auffangfunktion und entlasten den öffentlichen Raum in der Nacht», so Bernasconi.
Das heisse nicht, dass eine sofortige Öffnung einfach umsetzbar sei. Damit das Nachtleben auf sinnvolle Weise wiederbelebt werden könne, brauche es, unabhängig vom Bund, in Basel ein kantonal realistisches Konzept.

Denn bisher stehe die Nachtkultur, im Gegensatz zu vielen anderen Branchen, noch ohne Perspektive da. «Uns geht es auch darum, dass man die Clubs nicht vergisst», sagt Bernasconi. Deren Lage beschreibt der Musikchef als sehr prekär. «Die Clubs leben vom laufenden Betrieb, die umsatzstärkste Zeit im Jahr ist März bis Mai.» Bisher kämen einige mit Spenden, einem Crowdfunding oder einer Entschädigung über die Runden. Wie es im Herbst aussieht, sei jedoch für viele ungewiss.

Neben Clubbetreiber stehen auch Künstler vor der Ungewissheit

Doch nicht nur Clubbetreiber, auch Künstlerinnen und Künstler stehen vor einer ungewissen Zukunft. Dem Abhilfe schaffen will der am 19. März gegründete Verein Kulturklinik mit einem Onlineshop für Betroffene aus der Kulturbranche. Mittlerweile bieten mehr als hundert Künstlerinnen und Künstler aus Basel und Umgebung ihre Merchandiseartikel, Schallplatten oder Streamingkonzerte an. Aber auch Spenden werden gerne entgegengenommen.

Laut Luca Piazzalonga, freier Künstler und Gründer der Kulturklinik, konnten bisher insgesamt 38000 Franken Umsatz generiert werden. Die Einnahmen seien jedoch in den letzten Wochen rapide zurückgegangen. «Seit den ersten Lockerungen scheint für viele Menschen alles wieder beim Alten», sagt Piazzalonga. «Für viele Künstlerinnen und Künstler fangen die Probleme jedoch erst an, weil ihnen jetzt langsam das Geld ausgeht.» Die Kulturklinik geht davon aus, dass es sie noch eine Weile brauchen wird. Kürzlich hat die Christoph-Merian-Stiftung dem Vereinsteam zur Deckung der Unkosten einen Unterstützungsbeitrag von 25000 Franken gesprochen.

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