Steinenvorstadt
Das neue Hotel in der Steinenvorstadt wird ein symmetrischer Block

Die Pläne der Architekten lassen erahnen, wie es im Basler Ausgehviertel demnächst aussehen soll. Noch bis am 10. März kann gegen die Pläne Einsprache eingereicht werden.

Noemi Lea Landolt
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Das neue Hotel an der Steinenvorstadt
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 Die drei Häuser an der Steinenvorstadt 42, 44 und 46 kommen weg
 Auf der Seite des Steinenbachgässleins verläuft die Fassade treppenartig nach hinten.
 So entsteht auf jedem Stock eine Terrasse.
 Im Erdgeschoss gibt es ein Restaurant mit einer teilweise offenen Küche.

Das neue Hotel an der Steinenvorstadt

Pläne Diener & Diener Architekten

Die drei kleinen, alten Gebäude an der Steinenvorstadt 42, 44 und 46 müssen einem neuen Hotel weichen. Die Bauherrin schweigt. Erst wenn die Einsprachefrist abgelaufen ist, will die Walter Bros. AG aus Allschwil weitere Details bekannt geben.

Seit Mittwoch liegen aber die Pläne beim Bau- und Gastgewerbeinspektorat auf. Sie lassen erahnen, wie es in der Steinen in Zukunft aussehen könnte: Das Basler Architekturbüro «Diener & Diener» hat dem Hotelblock eine symmetrische Fassade mit grossen Fenstern verpasst. Ins Erdgeschoss kommt ein Restaurant mit einer teilweise offenen Küche, in dem mehr als 100 Personen Platz haben. Die 36 Hotelzimmer verteilen sich auf fünf Stockwerke. Die Verbindung zum Steinenbachgässlein bleibt erhalten. Auf dieser Seite verläuft die Fassade treppenartig nach hinten, sodass auf jedem Stockwerk eine Terrasse entsteht. Mit seinen 24 Metern wird das Hotel deutlich höher als die jetzigen Häuser. Die sind im Vergleich zu den umliegenden Gebäuden aber auch eher niedrig und schmal.

Braucht Basel noch ein Hotel?

Basel Tourismus erfuhr erst am Mittwoch von den neuen Hotel-Plänen. Ein dringender Bedarf nach mehr Zimmern für Gäste gebe es in Basel nicht: «In den letzten Jahren haben einige neue Hotels eröffnet», sagt Mediensprecher Christoph Bosshardt. Wenn ein Hotel seinen Gästen allerdings ein spezielles Konzept bieten könne, komme das immer an. Mit der Lage in der Steinen könne man vor allem bei Freizeittouristen punkten: «Sie wollen ins Zentrum», sagt Bosshardt. Das zeige das kürzlich eröffnete Hotel Motel One am Barfüsserplatz, das gut gebucht sei.

Basel Tourismus hätte am liebsten ein weiteres 5-Stern-Hotel in der Stadt. Aus wirtschaftlicher Sicht spreche aber vieles für ein 3-Sterne- oder 2-Sterne-Hotel. «Diese Zimmer werden gut gebucht», sagt Bosshardt. Die Lage im Ausgehviertel der Stadt spreche zudem ein jüngeres Publikum an, das wenig lärmempfindlich ist und über bescheidene finanzielle Mittel verfügt. Was Basel eher nicht brauche, sei ein weiteres 4-Sterne-Hotel für Businessgäste.

Mathias Böhm freut sich, dass in der Steinen ein neues Hotel gebaut wird und erwartet eine deutliche Aufwertung des Quartiers. «Das Hotel wird wohl vor allem Wochenendtouristen anziehen», sagt der Geschäftsführer von Pro Innerstadt gegenüber «Telebasel». Zudem könne ein Hotel dazu führen, dass die Steinenvorstadt in Zukunft am Morgen belebter ist und nicht erst am Nachmittag und am Abend.

Heimatschutz kann nichts tun

Die drei Häuser, die abgerissen werden liegen weder in der Schutz- noch
in der Schonzone. «Es ist zwar ein pittoreskes Element in der Steinenvorstadt, aber wahrscheinlich können wir an einem Abriss nichts ändern», sagt Heimatschutz-Präsident Christof Wamister auf «Telebasel». Er hofft deshalb auf eine fantasievolle Architektur, die zur Unterhaltungsmeile passt.

Bis am 10. März kann gegen das Baugesuch Einsprache eingereicht werden.

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