Basel
Das neue Klybeck gewinnt an Form – aber nur langsam

Die Grundeigentümer skizzieren mit Kanton und Planern erste konkretere Vorhaben.

Patrick Marcolli
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Geht es um ein neues Stadtquartier, so schaut Basel derzeit vor allem aufs ehemalige Ciba-Areal im Klybeck. Dieser Industrieriegel, der Kleinhünigen vom Klybeck und Matthäus trennt und sich vom Rhein bis an die Wiese erstreckt, soll sich in ein Stadtquartier verwandeln. Die Grundeigentümer Rhystadt und Swiss Life luden mit dem Kanton und den Fachplanern am Donnerstag zu einer virtuellen Informationsveranstaltung.

Von vornherein dämpften die Protagonisten die Erwartungshaltung, die in der Öffentlichkeit immer wieder zu spüren ist: Es gehe derzeit nur um einen provisorischen Einblick in die «Werkstatt», also um eine Momentaufnahme in einem komplexen Planungsverfahren.

Frühestens in zwanzig Jahren

Wer erwartet, dass in nächster Zeit neue Gebäude hochgezogen, Grünanlagen geschaffen und neue Strassen gebaut werden, der wurde spätestens von Architekt Roger Diener enttäuscht. Diener ist federführend beim städtebaulichen Konzept zum «Klybeckplus». Er sprach an der Infoveranstaltung davon, dass man «in frühestens 20 Jahren» mit einem neuen Quartier rechnen könne. Und dennoch ist man wieder einen Schritt weiter. In diesem Sommer soll das städtebauliche Leitbild präsentiert werden. Dessen Grundzüge stehen bereits fest: Das Zentrum des neuen Quartiers wird dereinst der Klybeck-Platz sein, dort, wo sich heute die Mauer- und die Klybeckstrasse kreuzen. Statt einem üppigen Grünraum oder einer grossen Freifläche am Rhein soll es eine grössere Parkanlage von der Aktienmühle bis zur Wiese geben. Gleichzeitig soll die Bebauung der Klybeckinsel relativ locker und mit viel Grün zwischen den Wohnhäusern durchmischt sein.

In der Fragerunde wurde deutlich, was die Anliegen der interessierten Öffentlichkeit sind: Es geht um die Frage, wie hoch der Anteil an sogenannt preisgünstigem Wohnen sein wird und wie die Bevölkerung, insbesondere jene des Matthäus und Klybeck, in die nächsten Planungsschritte einbezogen werden wird. Klar ist: Die Grundeigentümer wehren sich gegen eine Quote von 50 Prozent an gemeinnützigem Wohnen, wie sie eine Initiative fordert. Aus personeller Sicht bemerkenswert: Mit dem ehemaligen Expo-Chef Martin Heller wurde ein in Basel alter Bekannter ins Planungsgremium geholt.