Der Wohnbaugenossenschaftsverband Nordwest baut am Schorenweg im Hirzbrunnenquartier 94 Genossenschaftswohnungen in zwei Baukörpern gleich neben dem neuen Primarschulhaus. Am Freitag feierten die Verbandsverantwortlichen zusammen mit den Brüderlin Merkle Architekten aus Riehen, die im Rahmen eines Wettbewerbsverfahrens mit ihrem Entwurf «Schorsch» den Zuschlag erhielten, den Spatenstich und somit offiziell den Baustart zur Realisation des über Jahre geplanten Bauprojekts.

Innenhof als Begegnungsort

Durch die zwei neuen Baukörper würde die in den 1920er Jahren begonnene Struktur des Strassenraums am Schorenweg vervollständigt, erklärt Architekt Rolf Brüderlin. «Gleichzeitig entstehen mit der durchlässigen Struktur klar definierte Aussenräume und Durchgänge, welche die unterschiedlichen Nutzungen der öffentlichen, halböffentlichen und privaten Bereiche verbindet.» Der Innenhof, welcher durch die beiden abgewinkelten Gebäude definiert wird, dient der privaten Nutzung der Bewohner. Das begrünte Areal soll zur Begegnungszone werden. Die beiden grossen, dreieckigen Plätze südlich und westlich der Wohnbauten sind der Öffentlichkeit zugänglich und als Begegnungszonen für das Quartier gedacht. Geplant sind 2,5 bis 4,5-Zimmer Mietwohnungen vornehmlich für Familien. Das Bauprojekt kostet gesamthaft den Wohnbaugenossenschaftsverband rund 41 Millionen Franken.

Mit dem Spatenstich zur Genossenschaftsüberbauung beginnt der dritte und vorerst letzte Teil der Entwicklung auf dem Schorenareal zwischen Schorenmatte, Schorenweg und Fasanenstrasse. Die beiden Baukörper gliedern sich gestalterisch der seit 2015 bewohnten «Schorenstadt» mit ihren 43 Reihenhäusern und zwei Mehrfamilienhäusern an. Die Schorenstadt im mittleren bis gehobenen Wohnstandard steht für eine nachhaltige Arealentwicklung. Die Bewohner haben sich ohne Verpflichtung auf eine 2000 Watt-Gesellschaft geeinigt. Die Vorgärten sorgen für einen gemeinschaftlichen Lebenscharakter.

Verschiedene Wohnformen

Der öffentliche Raum soll so zum sozialen Treffpunkt werden. In der «Skylights Schoren» gegenüber am Schorenweg kamen zu den bereits bestehenden fünf Hochhäusern zwei weitere dazu. Im vergangenen Herbst sind die beiden 51 beziehungsweise 57 Meter hohen Baukörper mit insgesamt 137 Mietwohnungen fertiggestellt worden. Mit den drei Teilprojekten kommen auf dem Schorenareal drei verschiedene Bebauungselemente auf engstem Raum zusammen. Eigentum und Miete in verschiedenen Formen und Preiskategorien, die so verschiedene Bedürfnisse ansprechen. Dies garantiere eine hohe Durchmischung der Bewohnerschaft, erklärt Martin Sandtner, Leiter des kantonalen Planungsamts. «In dieser Form hat das Gebiet für den Kanton durchaus Vorbildcharakter.» Mit den drei Bauprojekten werde eine hohe Ausnutzung in guter Qualität erzielt. Rund 800 Personen finden in den drei Wohnprojekten ein neues Zuhause.

Die ganze Entwicklung geht auf eine Vereinbarung zwischen Kanton und Novartis als Grundstückeigentümerin zurück. Diese betrieb dort einst ein Bürogebäude, ein Gewächshaus und oberirdische Parkplätze. Mit der Erweiterung des Campus im St. Johann übergab die Novartis das Schorenareal zur Wohnentwicklung frei. 2010 genehmigte der Grosse Rat den dafür nötigen Bebauungsplan.

Noch einige Herausforderungen

Noch läuft aber noch nicht alles optimal. Die Erschliessung mit dem öffentlichen Verkehr muss noch verbessert werden. Die Buslinie 36 verkehrt aktuell nur im Viertelstundentakt durchs Quartiere. Mit dem Primarschulhaus Schoren ist ein wichtiger Bestandteil der nötigen Infrastruktur Anfang Jahr eröffnet worden. Auch für genügend Einkaufsmöglichkeiten muss gesorgt sein. Das Schorenareal steht beispielhaft für eine vielfältige und dynamische Stadtentwicklung. Mit allen Herausforderungen, die diese mit sich bringt.