Neben anderen freute sich am Festakt auch der baden-württembergische Verkehrsminister Winfried Hermann über die erfolgreiche binationale Zusammenarbeit. Die neue Tramlinie sei ein wichtiges Zeichen für die Zusammenarbeit im Interesse der Menschen in der Grenzregion, sagte Hermann.

In erster Linie für Arbeitspendler

Ausgerichtet ist das 2,8 Kilometer lange neue Teilstück der Tramlinie 8 primär auf deutsche Berufspendler mit Arbeitsort Basel, die auf das Auto verzichten sollen. Gerechnet wird auf der neuen Verbindungsachse zwischen Basel-Stadt und Baden-Württemberg mit bis zu 7000 Fahrgästen pro Tag.

Profitieren von der neuen Linie können jedoch auch Einkaufstouristen aus der Schweiz. Auch die Basler Innenstadt gewinne jedoch für die Kundschaft aus der deutschen Nachbarschaft an Attraktivität, ist der baselstädtische Bau- und Verkehrsdirektor Hans-Peter Wessels überzeugt. Dies insbesondere auch deshalb, weil die Fussgängerzone in Basel per 5. Januar vergrössert wird.

Auch Halbtax und GA gelten

Ein Durchbruch für die Fahrgäste aus der Schweiz war erst kurz vor der Inbetriebnahme bei der Tarifgestaltung erzielt worden: Auf dem deutschen Abschnitt der Linie 8 gelten neben dem so genannten U-Abo des Tarifverbunds Nordwestschweiz auch das Generalabonnement und das Halbtax-Abo der SBB - letzteres jedoch nicht für die Rückfahrt aus Weil am Rhein.

Für die BVB ist dies ein erster Schritt zur angestrebten trinationalen Tarifharmonie. Der Verein Regio Basiliensis, der sich am Oberrhein für Kooperation stark macht, forderte am Freitag für den Metropolitanraum Basel einen grenzüberschreitenden Tarif- und Verkehrsverbund.

In den regulären Betrieb genommen wird die neue Strecke mit dem Fahrplanwechsel vom Sonntag. Die Kosten für das Projekt sind auf 104 Millionen Franken veranschlagt. Davon trägt der Bund 44 Millionen Franken. Basel-Stadt und die BVB übernehmen 38 Millionen Franken, und die restlichen 22 Millionen Franken entfallen auf die deutsche Seite.

Die Verlängerung der Linie 8 ist der erste grenzüberschreitende Strassenbahnbau in Europa seit mehr als 75 Jahren. Als nächste wird die Tramlinie 3 von Basel in die französischen Grenzstadt Saint-Louis verlängert. Die Kosten für dieses Projekt, das 2017 abgeschlossen werden soll, sind auf 86,5 Millionen Franken veranschlagt.

Tramlinien ab Basel nach Deutschland und Frankreich hat es schon früher gegeben. Sie wurden aber in den 1950er- und 1960-Jahren aufgehoben. Die Verbindung nach Lörrach wurde 1967 stillgelegt.