Zoo Basel
Das Ozeanium kommt – aber es wird teurer und später

Am Montag wurde das Vorprojekt des Ozeaniums vorgestellt – mit entscheidenden Änderungen. Der Zolli Basel präsentierte ein wesentlich teureres Projekt, welches auch erst später in Betrieb genommen werden kann.

Céline Feller
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Im Jahre 2020 soll das Ozeanium auf der Heuwaage seine Türen öffnen. Aussenansicht
14 Bilder
Das Ziel der Projektträger des Basler Zoo ist klar: Es wird ein Zentrum für Umweltbildung entstehen, welches ein markantes Zeichen setzt für Naturschutz und Nachhaltigkeit. Eingang
Der Zoo Basel wird die Finanzierung und den Betrieb ohne jede behördliche Unterstützung sicherstellen. Quallen-Aquarium
Das geplante Ozeanium wird reich sein an Attraktionen. Schwarm-Aquarium
Spektakuläre Aquarien mit Korallenriffen... Korallen-Aquarium
...eine faszinierende Abfolge von Lebensräumen, von denen jeder seine eigene Geschichte hat... Korallen-Aquarium
...eine endlos lange Schwimmbahn für Pinguine... Pinguine von unten
...Schwärme von Leuchtfischen... Schwarm-Aquarium
..Haie, Seeotter und ein spektakulärer Riesenoctopus werden alle Platz finden. Offener Ozean Aquarium
Der Zoo Basel sieht das Ozeanium als perfekte Ergänzung zum bestehenden Vivarium. Offener Ozean Aquarium
Das Ozeanium wird so wenig Energie, wie nur möglich, verbrauchen; alle Ressourcen werden mehrfach genutzt. Längsschnitt
Neben Solaranlagen und der Abwärme von Pumpen wird auch die Abwärme der Besucher rezykliert. Querschnitt
Die Erstellungskosten werden knapp über 100 Millionen Franken betragen. Querschnitt
Das Geld soll vor allem über Spenden zusammenkommen. Querschnitt

Im Jahre 2020 soll das Ozeanium auf der Heuwaage seine Türen öffnen. Aussenansicht

Zur Verfügung gestellt

«Die Heuwaage wird dramatisch verändert, in schöner Art. Die Klippe wird aus dem Boden herausragen», erklärt Thomas Jermann. Die Klippe gehört zum geplanten Ozeanium des Zolli Basel, das den Namen «Seacliff» - zu deutsch Klippe - tragen soll. Jermann, Leiter des Millionen-Projekts, präsentierte am Montag zusammen mit diversen Zolli-Vertretern den Medien das Vorprojekt des Neubaus.

Im Dezember 2012 trat der Zolli erstmals mit dem Projekt an die Öffentlichkeit, am Montag wurden das Konzept und der «Bildungsauftrag», der laut Präsident Olivier Pagan eine der Kernaufgaben des Zollis ist, erläutert. Basel wisse nicht viel über den Ozean, obwohl die Stadt mit dem Lachs ein Meerestier hat.

Die heimische Tierart soll auch den Beginn des 900 Meter langen, zwei Stunden dauernden spiralförmigen Rundgangs durch das Ozeanium bilden. Von Basel ausgehend und entlang der Meeresströmungen rund um die Weltmeere wird der Besucher durch 30 Stationen surfen, die für 30 verschiedene Themen stehen und auf 30 Aquarien verteilt sind.

Neben der Geschichte des Lachs gehören die Probleme des Mittelmeeres, die Schwarmfische, die Räuber des Meeres und die Gezeitenströmungen zu den zentralen Themen des Ozeaniums. Eines der Highlights in dem von den Zürcher Boltshauser Architekten designten Neubau wird ein knapp neun Meter hohes Becken sein, welches sich vollumfänglich dem Thema «Offener Ozean» verschreibt.

Nachhaltigkeit von Interesse

Neben diesen Themen wird vor allem die Nachhaltigkeit in den Fokus gerückt. Die ökonomische Nachhaltigkeit in Form der Langlebigkeit des Gebäudes, die soziale Nachhaltigkeit und nicht zuletzt die nachhaltige Entwicklung des Zolli, die laut Pagan «zwingend nötig» ist. Notwendig sei die Umsetzung auch, weil «die Zeit reif für ein Ozeanium ist, und wenn wir es nicht machen, macht es jemand anderes», so Pagan.

2018 soll der 36 Monate dauernde Bau des Ozeaniums beginnen. Damit verschiebt sich die Eröffnung auf Ende 2020 oder Anfang 2021, nicht wie vor zwei Jahren kommuniziert auf 2019, «wenn alles glatt läuft». Glatt laufen muss auch die Finanzierung. Am Montag war nicht mehr von den ursprünglichen 80 Millionen, sondern von einem Investitionsvolumen von 100 Millionen Franken die Rede. «Die Finanzierung muss bis zum Baubeginn gesichert sein, sonst fangen wir nicht an», sagt Lukas Stutz vom Verwaltungsrat.

Vom benötigten Betrag sind zum jetzigen Zeitpunkt erst zehn Millionen vorhanden. Machbar ist die Finanzierung aber durchaus. Dabei greift der Zolli auf die bewährten Finanzierungs-Methoden zurück: Gelder aus Stiftungen und von Spendern. «Wir werden die Mittelbeschaffung 2015 angehen», lässt Jean-Nicolas Fahrenberg, zuständig für die Finanzen, wissen. Er betont, dass das Ozeanium nach Inbetriebnahme selbsttragend sein werde. «Wir rechnen mit Betriebskosten, die sich auf zehn Prozent der Baukosten, also neun bis zehn Millionen pro Jahr, belaufen.»

Mit geschätzten 600'000 bis 700'000 Besuchern jährlich und einem Eintrittspreis von 20 Euro pro Person sei die Finanzierung gesichert. Auf staatliche Unterstützung wird verzichtet.

Neben der finanziellen Hürde hat der Zolli aber noch eine weitere vor sich: Mitte 2015 wird die Vorlage des Bebauungsplans und der Infrastrukturmassnahmen dem Grossen Rat vorgelegt. Bei der Bewilligung und den nötigen finanziellen Ressourcen wird sich entscheiden, ob das Projekt doch noch über die Klippe springen muss.

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